FC Barcelona: Trainersuche läuft: "Retter" Cruyff ist Wunschkandidat
zuletzt aktualisiert: 20.02.2001 - 17:09Barcelona (dpa). Fünf Jahre nach dem fulminanten Hinauswurf von Johan Cruyff (Foto) als Trainer des FC Barcelona wird bei den Katalanen der Ruf nach einer Rückkehr des Niederländers laut. Der 53-Jährige, der mit "Barca" vier spanische Meisterschaften und den einzigen Europapokal der Vereinsgeschichte geholt hat, soll den Club aus der Krise retten. Einen "Retter" scheint man in der katalanischen Metropole auch dringend zu benötigen; denn die Lage ist verfahren.
Aus der Champions League schied Barca in der ersten Runde aus, in der spanischen Liga sind bei elf Punkten Rückstand zum Erzrivalen Real Madrid praktisch alle Titelchancen verspielt. Das Team ist überaltert; Stars wie Guardiola, Abelardo, Sergi oder Luis Enrique hatten schon zu Cruyffs Zeiten für die Blauroten gespielt. Die Clubführung gleicht mit ihren 85 Vorstandsmitgliedern einem Wasserkopf. Da scheint Cruyff genau der Richtige zu sein, um den Kurs für die Zukunftsplanung und den Neuaufbau abzustecken.
Aber die Sache hat einen Haken: Der Ex-Weltstar hat sich mit seinem Leben als Frühpensionär angefreundet. Er kommentiert lieber Fußballspiele und leitet seine Akademie in Barcelona, als dass er sich erneut dem Stress beim größten Fußballclub der Welt aussetzen würde. Cruyff hat nicht vergessen, wie Barca ihm 1996 nach acht Jahren über Nacht den Stuhl vor die Tür gesetzt hat. Barca-Chef Joan Gaspart will sich mit dem Ex-Coach versöhnen. Aber eine Rückkehr Cruyffs auf die Trainerbank scheint ausgeschlossen. Dies hat die Familie dem 53-Jährigen auf Grund seines schwachen Herzens untersagt. Auch mit dem Job eines Generalmanagers scheint der Niederländer sich nicht anfreunden zu können. "Er würde allenfalls ein Amt als Berater des Präsidenten annehmen", schreibt das Fachblatt "Sport".
Wenger ein heißer Kandidat
Derweil hat bei Barca die Suche nach einem neuen Trainer begonnen. Es gilt als sicher, dass Llorenc Serra Ferrer spätestens zum Saisonende abgelöst wird. Der Coach hat sich bei den Neuverpflichtungen kräftig vergriffen und ist nun zu einer "Geisel" der alten Garde unter den Spielern geworden. Gaspart verhandelte bereits mit Fabio Capello, seinem Favoriten für das Traineramt. Aber der Italiener verlängerte seinen Kontrakt bei AS Rom. Nun ist Arsene Wenger "Kandidat Nummer 1". Der Elsässer ist noch bis 2002 an Arsenal London gebunden, kann aber bei einer Offerte eines europäischen Top- Clubs aus seinem Vertrag aussteigen. Als weitere Kandidaten werden Hector Cuper vom FC Valencia, der Ex-Barca-Profi Ronald Koeman, der Argentinier Carlos Bianchi und der Italiener Marcello Lippi gehandelt.
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