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Shooting-Star kommt für 17 Millionen Euro
Reus und Götze - Dortmunds neues Traumduo

Leser-Reaktionen auf den Reus-Wechsel
Leser-Reaktionen auf den Reus-Wechsel FOTO: dpa
Marco Reus wird Borussia Mönchengladbach im Sommer verlassen und zu Borussia Dortmund wechseln. Der Meister überweist 17 Millionen Euro für den Nationalspieler an den Liga-Konkurrenten. Mit dem Königstransfer bekommt das BVB-Mittelfeld eine neue Qualität. Von Stephan Seeger

Lucien Favre wusste es schon seit Dienstag. Vor dem Training am Mönchengladbacher Nordpark informierte Marco Reus seinen Chef, dass er Borussia Mönchengladbach im Sommer 2012 nach drei Jahren verlassen und sich dem deutschen Meister Borussia Dortmund anschließen wird. Einen Tag später, am Mittwoch, machten die "Fohlen" den Verlust ihres Superstars offiziell, die Bombe war geplatzt.

Reus betonte auf der Homepage der Gladbacher, "einen neuen Schritt" machen zu wollen. In Dortmund sieht Reus die Möglichkeit, um die Meisterschaft mitzuspielen und dauerhaft in der Champions League vertreten zu sein. Die Entscheidung sei keine "gegen Gladbach", wie Reus am Mittwoch sagte, sondern eine für den BVB. Bei seinem Noch-Arbeitgeber bedankte sich Reus für die vergangenen drei Jahre schon einmal brav. "Ich hatte hier bis jetzt eine wunderbare Zeit. Borussia hat mir die Chance gegeben, mich in der Bundesliga zu zeigen und mich zu dem Spieler zu entwickeln, der ich jetzt bin", sagte er.

Drei Millionen Euro pro Jahr

Während Fans und Verantwortliche am Niederrhein schon jetzt um den Abgang des offensiven Mittelfeldspielers trauern, herrscht in Dortmund Vorfreude auf den neuen Star. "Dieser Transfer ist ein Schritt weiter nach vorn für den ganzen Verein. Er zeigt der nationalen und internationalen Konkurrenz, dass der BVB bereit ist, bisher bestehende Grenzen zu überschreiten", sagte Präsident Reinhard Rauball. Neben der festgeschriebenen Ablösesumme von 17 Millionen Euro wird der BVB Reus in den kommenden fünf Jahren, so lange dauert die Laufzeit des neuen Vertrages, jährlich rund drei Millionen Euro Gehalt überweisen. Damit verdient Reus ungefähr so viel wie Mats Hummels und Mario Götze.

In Reus hat der deutsche Meister schon jetzt seinen Königstransfer für den kommenden Sommer getätigt. Die Fans können sich auf ein neues Traumduo freuen, denn Götze wird auch in der kommenden Saison für Dortmund spielen, wie BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke sagte. Komplettiert wird die neue Mittelfeld-Riege von Kevin Großkreutz und dem Japaner Shinji Kagawa. Eine Achse, die sich auch im europäischen Vergleich sehen lassen kann und selbst den deutschen Rekordmeister Bayern München zumindest Respekt zollen lässt.

Sahin zurück zum BVB?

Und die junge Dortmunder Mannschaft könnte im Sommer durch einen alten Bekannten noch weiter verstärkt werden. Nuri Sahin, nach der Meistersaison von Dortmund zu Real Madrid gewechselt, kommt bei den "Königlichen" bislang nicht über ein Reservisten-Dasein hinaus und könnte die Madrilenen schneller verlassen, als er geglaubt hat. Die Türen in Dortmund stehen dem türkischen Nationalspieler jedenfalls offen. "Wir haben ihm immer gesagt: Wenn du dort nicht glücklich bist, ist die Tür bei uns für dich immer auf. Wir müssen dann sehen, wie wir eine Rückkehr organisiert bekommen", sagte Watzke.

Sahin als kreativer Sechser vor der Abwehr, davor Reus und Götze – sollte der BVB das letzte Puzzleteil (Sahin) finden, gehört das Mittelfeld des Meisters zum besten, was es in Europa gibt. Und: Die Spieler sind alle blutjung, ihnen gehört die Zukunft. Götze (19), Reus (22), Sahin (23), Großkreutz (23), Kagawa (21) und dazu ein Trainer, der zu jungen Spielern ein besonderes Verhältnis aufbauen kann. In Dortmund entsteht mit dem Transfer von Reus etwas Besonderes, auch wenn die Verpflichtung nicht ganz ohne Risiko ist.

Zwar spielt Reus in der aktuellen Saison eine herausragende Rolle (10 Tore in 15 Spielen) und ist der Garant für den Gladbacher Höhenflug, doch muss er erst beweisen, dass er konstant auf diesem Level arbeiten kann. Reus ist immer anfällig für Verletzungen, weshalb er bislang auch nur auf drei Kurzeinsätze in der Nationalmannschaft kommt. Achtmal wurde Reus von Bundestrainer Joachim Löw für ein Länderspiel nominiert, fünfmal musste er wegen Verletzung oder Krankheit absagen.

Spielt Reus so weiter wie im Moment, sind die 17 Millionen Euro, die der BVB aus "den vorhandenen Rücklagen der letzten zwei Jahre" (Watzke) finanziert, bestens angelegt. Und Reus ist nach seinem Weggang aus Dortmund im Jahr 2006, als die Westfalen ihn für nicht gut genug befanden und nach Ahlen schickten, wieder da, wo er nach eigenem Bekunden hingehört: Bei seiner Familie in Dortmund. Klopp wird dafür sorgen, dass auch der BVB für Reus zur neuen Heimat wird.

(seeg/csi/seeg/sgo)
 
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