Nach Krawallen in Leipzig: Sachsen sagt über 60 Fußballspiele ab
zuletzt aktualisiert: 14.02.2007 - 09:11Leipzig (RPO). Sachsens Fußballverband (SFV) hat für das kommende Wochenende alle Partien der Landesliga sowie auf Bezirks- und Kreisebene in Leipzig abgesagt. Wie SFV-Chef Klaus Reichenbach am Dienstag in Leipzig sagte, sind davon über 60 Partien betroffen.
Dies gab Klaus Reichenbach, Präsident des sächsischen Fußball-Verbandes (SFV), auf einer Pressekonferenz in der Sportschule Egidius Braun in Leipzig bekannt.
Mit der Spielabsage wolle man seine Solidarität mit der Polizei ausdrücken und Aufmerksamkeit gegen Gewalt im Fußball erzielen. Die Aktion steht im Zusammenhang mit den schweren Ausschreitungen von rund 800 Gewalttätern nach einem Pokalspiel am vergangenen Wochenende in Leipzig.
Dresden und Chemnitz nicht betroffen
Der SFV folgte damit nach den Krawallen vom Samstag weitgehend der Empfehlung von DFB-Präsident Theo Zwanziger. Gespielt wird nun doch in den Bezirksverbänden Dresden und Chemnitz. Reichenbach sagte zudem, dass dem Sechstligisten 1. FC Lok Leipzig der Ausschluss aus seiner Spielklasse droht. "Wir müssen überlegen, ob wir es uns auf Dauer erlauben können, so einen Verein in so einer Spielklasse zuzulassen", sagte Reichenbach: "Das muss auch den Fans klar werden, wenn sie das nicht akzeptieren, müssen wir den Verein in dieser Liga eliminieren."
Der DFB-Sicherheitsbeauftrage Helmut Spahn kündigte neue Sicherheitsrichtlinien auch für die unteren Ligen an. Dabei würde es um bundesweite Stadionverbote und konsequente Anzeige durch die Vereine gegen die betroffenen Personen bei Verstoß gegen das Hausrecht gehen.
MDR stellt Bildmaterial bereit
Unterdessen hat der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) der Polizei sein Bildmaterial vom Pokalspiel des 1. FC Lok Leipzig gegen Erzgebirge Aue II (0:3) vom Samstag zur Verfügung gestellt. Dies erklärte MDR-Unternehmenssprecher Stefan Mugrauer. Leipzigs Polizeipräsident Rolf Müller hatte am Mittag auf einer Pressekonferenz in Dresden noch das Gegenteil beklagt und damit für Aufsehen gesorgt. Inzwischen stellte laut Mugrauer der MDR "selbstverständlich für die Strafaufklärung" alles zur Verfügung. Aufnahmen von den Ausschreitungen vor dem Stadion existieren beim MDR allerdings nicht.
Nach den Ausschreitungen beim Sachsenpokal-Spiel zwischen Sechstligist 1. FC Lok Leipzig und Fünftligist Ergebirge Aue II (0:3) mit 39 verletzten Polizisten haben der frühere Europapokalsieger und eine Fan-Initiative einen "Aktions-Arbeitseinsatz im Bruno-Plache-Stadion gegen Gewalt und Pro Bruno-Plache-Stadion" angekündigt.
Am Samstag und Sonntag wollen sich die Fans unangeachtet des Wetters zwischen 11 und 15 Uhr zu einem Einsatz im Leipziger Stadion treffen.
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