Agentur Infront weist Angebot zurück: Sat.1 will nur noch die Hälfte für Fußball zahlen
zuletzt aktualisiert: 05.04.2003 - 12:28Hamburg (rpo). Der Fernsehsender Sat.1 hat nach Medienberichten versucht, die Übertragungsrechte für die Fußball-Bundesliga zu einem dramatisch verringerten Preis zu erstehen. Das Angebot, das circa die Hälfte des bisherigen Preises betragen soll, wurde umgehend zurückgewiesen.
Die ProSiebenSat.1 hat nach "Spiegel"-Informationen der Schweizer Agentur Infront ein neues Angebot gemacht, das sehr viel geringer als bisher dotiert ist. Der Münchner Mutterkonzern von Sat.1 biete der Sportrechte-Agentur 40 Millionen Euro pro Saison, das sei nur noch die Hälfte der für die laufende Saison bezahlten Summe, berichtete das Nachrichtenmagazin am Samstag vorab. Infront habe das Angebot bestätigt und umgehend abgelehnt.
"Der Spiegel" zitierte den Executive Director Günter Netzer: "Das ist jenseits von Gut und Böse und entspricht keinesfalls dem wahren Wert der Liga." Der Ex-Fußballer fügte hinzu: "Sat.1 muss jetzt für sich selbst entscheiden, ob es in der ersten Senderriege bleiben oder in die Regionalliga absteigen will."
Dem Bericht zufolge will ProSiebenSat.1 nur dann einen Aufpreis zahlen, wenn künftig auch regelmäßig Live-Spiele gezeigt werden dürfen. "Offenbar setzen die Sendermanager auf bessere Erlöse durch Sonderwerbeformen wie so genannte Sieben-Sekunden-Spots etwa in den Spielunterbrechungen vor Eckbällen", hieß es. Außerdem möchte Sat.1 laut "Spiegel" einen Vertrag mit einer Laufzeit von drei Jahren abschließen, um von dem erwarteten Fußball-Boom vor der WM 2006 in Deutschland zu profitieren.
Infront firmierte bis Anfang dieses Jahres unter dem Namen KirchSport. Die in Zug ansässige Sportrechte-Agentur war mit Zustimmung der Hauptgläubiger von der insolventen Kirch-Gruppe abgespaltet und verkauft worden. Hauptaktionäre von Infront sind der frühere Adidas-Direktor Robert Louis-Dreyfus sowie die KJ Jacobs AG.
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