Zehn Spieler sollen 2002 gehen: Schalke mistet aus
zuletzt aktualisiert: 30.10.2001 - 13:13Gelsenkirchen (rpo). Der FC Schalke 04 steht vor einem großen personellen Umbruch. Gleich 15 Spieler-Verträge laufen zum 30. Juni 2002 aus. Nach dpa-Informationen will die Clubführung des Fußball-Bundesligisten im nächsten Sommer einen tiefen Schnitt machen und sich von etwa zehn Spielern trennen.
Angesichts einer gewissen Überalterung des Stammpersonals im 35 Spieler umfassenden Kader erscheint dies notwendig und vernünftig. Zwölf Knappen haben die "30" inzwischen überschritten, neun weitere Akteure sind zwischen 25 bis 29 Jahre alt. Von den Jüngeren kommen eigentlich nur die Stürmer Emile Mpenza (23), Gerald Asamoah (23) und Victor Agali (22) sowie Niels Oude Kamphuis (23) mehr oder weniger regelmäßig zum Einsatz.
Die bevorstehende Verjüngungskur macht Sinn, auch wenn Tomasz Waldoch (30) eine simple Unterscheidung in "Alt" und "Jung" nicht zulässt. "Ich glaube nicht, dass unser Team zu alt ist. Man braucht gerade für internationale Partien erfahrene Spieler", sagt der polnische Abwehrchef, dessen Kontrakt ebenfalls im nächsten Jahr ausläuft. Aber der Kapitän wird an Bord bleiben. Manager Rudi Assauer, der nach den Frust-Ergebnissen in der Champions League am liebsten "alle rausschmeißen" wollte, wird Waldoch sicher ein neues Angebot unterbreiten. Gleiches gilt für Nico van Kerckhoven (30).
Torhüter kündigen Karriere-Ende an
Die Torhüter Frode Grodas und Oliver Reck kündigten ihr Karriere-Ende bereits an, zumal mit dem Bremer Frank Rost ein Nachfolger feststeht. Olaf Thon, der einen Anschlussvertrag für drei Jahre besitzt, wird sich bald anderen Aufgaben im Club widmen, die noch genau definiert werden müssen. "Die Wahrscheinlichkeit ist sehr groß, dass ich aufhöre. Ich bin ja keine 18 mehr und nicht der Armin Hary", sagte Thon, der sich im Winter mit Assauer über die neuen Arbeitsgebiete unterhalten will.
Als (fast) sicher gilt, dass auch die Zeit der früheren Publikumslieblinge Yves Eigenrauch, Youri Mulder und Michael Büskens abläuft. Eigenrauch hat längst anderen Interessen wie Fotografie und Literatur größere Priorität eingeräumt und gehört nur noch "pro forma" zum Kader. Mulder ist nach vielen Operationen den enormen Belastungen des Profi-Fußballs nicht mehr gewachsen und bekommt nur in größter Not sporadische Kurzeinsätze. Auch Büskens fristet sein Dasein überwiegend auf der Bank. Vorzeitig trennen will man sich von Markus Happe (Vertrag bis 2003). Doch er fand bisher keinen neuen Club.
Schwieriger einzuschätzen ist die Situation von Sven Kmetsch und Andreas Möller. Assauer kündigte nach dem enttäuschenden Auftritt Möllers in Athen an, dass eine Trennung kein Tabu mehr ist. Gala- Auftritte des 34-jährigen Regisseurs wie in der Vorsaison werden immer seltener. "Wir werden uns in der Winterpause sachlich unterhalten. Beide Seiten werden sorgfältig prüfen, ob die Zusammenarbeit noch Sinn macht", sagte Assauer. Andererseits liegen Spieler von der Qualität des Welt- und Europameisters nicht auf der Straße, und Schalke hat auf dieser Schlüsselposition bislang keine Alternative. So geht die Tendenz zu einer Verlängerung, zumal Sven Vermant (28) den Beweis seiner Klasse als Möller-Ersatz bisher schuldig blieb.
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