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Studie der Heinrich-Heine-Universität
Schöne Fußballer werden reich

Schöne Fußballer werden reich
Markus Daun ist der schönste Spieler der Bundesliga-Saison 2007/08. FOTO: AP
Düsseldorf. Eine gut gemachte Schönheits-Operation ist für einen Fußballer eine gewinnbringende Anlage. Diese These lässt sich problemlos aufstellen, betrachtet man das Ergebnis einer Studie, für die Ulrich Rosar verantwortlich zeichnet. Von Simon Janssen

Der Soziologe an der Düsseldorfer Heinrich-Heine-Universität beschäftigte sich gemeinsam mit Kollegen aus Köln und Hannover sechs Jahre lang mit der Frage "Steigert Attraktivität den Marktwert eines Spielers?" Die simple Antwort: Ja, je schöner der Spieler, desto besser sind seine Verdienstchancen – auch wenn ein anderer mehr Tore schießt.

Klingt nicht unbedingt nach hoher Wissenschaft, ist es aber wohl. Zumindest wenn man sich die Vorgehensweise der verantwortlichen Soziologen anschaut: Zur Messung der Gesichtsattraktivität wurden Portraitbilder von allen 438 Fußballern, die in der Saison 2007/2008 aktiv waren, einer Gruppe von 365 Männern im Alter zwischen 17 und 64 vorgelegt. Diese sollten sie auf einer Skala von Null (unattraktiv) bis Sechs (attraktiv) bewerten.

"Bringt man nun die Körper- und Gesichts-attraktivität in Zusammenhang mit dem Marktwert, so ergibt sich, dass mit jeder Steigerung des Body Mass Index um einen Skalenpunkt der Marktwert um durchschnittlich 220.000 Euro ansteigt", erklärt Rosar. Zudem erhöhe sich für jeden Skalenpunkt, um den der Wert der Gesichtsattraktivität ansteigt, der Marktwert um durchschnittlich 150.000 Euro.

So ist das also. Betrachtet man jedoch die Top Drei der angeblich schönsten Kicker, liegt die Vermutung nicht fern, dass die Befragten Fans des MSV Duisburg sind. Denn die drei Spieler mit den besten Werten waren zum Zeitpunkt der Erhebung bei den Zebras aktiv. An der Spitze thront Schönheitskönig Markus Daun vor Adam Bodzek und Markus Neumayr. Ob sich Daun über den Titel als "Sexiest Footballplayer of the Bundesliga" freut, ist nicht übermittelt. Zur vermutlichen Überraschung der weiblichen Leser dieses Artikels rangieren die Bravo-Poster-Kandidaten Mats Hummels und Mario Gomez lediglich auf den Plätzen elf und zwölf. Vermutlich weil sie nicht für Duisburg spielen.

Nun stellt sich die Frage, wie Franck Ribéry, der nicht unbedingt eine Karriere als Gesichtsmodel in Angriff nehmen könnte, zu einem der Topverdiener der Liga avancierte. "Es gibt immer wieder Ausreißer. Bei unserer Studie geht es um das Gros der Spieler, nicht um Einzelfälle", erklärt Rosar. Der Marktwert des flinken Franzosen würde zudem ansteigen, wenn er besser aussähe. Das klingt ziemlich hart und ein wenig nach "Bundesliga's next Topmodel".

Doch attraktiv zu sein, hat laut des Schönheitsexperten Rosar auch Nachteile. Am Beispiel Mario Gomez, der bekannt dafür ist, während eines Spiels dreimal die Frisur zu wechseln, werde deutlich, dass in schöne Kicker höhere Erwartungen gesetzt werden. Können sie diese nicht erfüllen, falle die Reaktion der Fans ihnen gegenüber härter aus als bei unattraktiven Spielern, von denen unbewusst weniger erwartet wird. Fragt sich, wie es Frauenhelden à la Cristiano Ronaldo bei so hoher Erwartungshaltung überhaupt gelingt, einen Fuß unfallfrei vor den anderen zu setzen.

Quelle: RP
 
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