Italiens Kicker drohen mit Streik: Sie wollen sich dem Diktat des Fernsehens entziehen
zuletzt aktualisiert: 18.01.2000Rom (sid). Italiens Fußballer wollen sich nicht mehr dem Diktat des Fernsehens unterwerfen: Der Verband der italienischen Kicker (AIC) droht für den 30. Januar einen Streik an, sollten die Klubs weiterhin zu Begegnungen am Abend gezwungen werden. Wegen der TV-Übertragungen werden die Spiele immer öfter in die Abendstunden verlegt.
Heftigen Protest löste vor allem das am Dienstag abend um 21.00 Uhr zur Austragung anstehende Hinspiel im Viertelfinale um den italienischen Pokal zwischen dem AC Venedig und dem AC Florenz in Venedig aus. "Abendspiele während der kalten Jahreszeit sind für die Gesundheit der Spieler sehr gefährlich. Das Spielfeld ist oft vereist, die Gefahr von Verletzungen steigt erheblich", betonte der Rechtsanwalt des Verbands AIC, Sergio Campana. Auch Fiorentinas argentinischer Stürmer Gabriel Batistuta teilt die Ansichten des JUristen: "Abends auf Spielfelder in Norditalien zu spielen, ist sehr risikoreich".
Abendspiele werden zwar von den TV-Sendern wegen der Einschaltquoten stark gefördert, die Mannschaften müssen aber häufig in halbleeren Stadien antreten. Der Fußballerverband wird vor allem in der nächsten Saison an den Verhandlungen zwischen Fernsehsendern und Klubs hinsichtlich der Spielansetzungen mitwirken.
Die Digitalkanäle Telepi und Stream haben sich die Übertragung der Begegnungen geteilt und die Kassen der Klubs um rund 800 Millionen Mark aufgefüllt. Dafür bestimmen sie aber auch die Anstoßzeiten.
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