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Die teuersten Sommertransfers
Nur Hulk war bislang teurer als Xhaka

Die teuersten Transfers 2016/17
Die teuersten Transfers 2016/17 FOTO: afp
Düsseldorf. England ist für Kicker das Land, in dem Milch und Honig fließt. Die Premier League zahlt horrende Ablösesummen und fette Gehälter. Doch auch die neue Fußball-Macht China winkt mit großen Scheinen. Die Rangliste der bis dato teuersten Transfers des Sommers bestätigt aktuelle Trends.  Von Jan Dobrick

Die Nummer eins verfolgt ihren Karriereplan in Asien: Der Brasilianer Hulk wechselte für 55,8 Millionen Euro von Zenit St. Petersburg zum chinesischen Erstligisten Shanghai SIPG. Die Chinesen sind im Kaufrausch, aber auch in Europa wird viel Geld ausgegeben. Schnäppchen scheint es kaum noch zu geben, eine Schmerzgrenze ebenso wenig.

Hulk ist 29 Jahre alt. Manche sagen, er sei im besten Fußball-Alter. Andere meinen, er ist über seinen Zenit hinaus. Sicher ist: Egal was er auf dem Kasten hat, teuer war er allemal.

Felix Magath ist ebenfalls Teil des Aufbruchs im chinesischen Fußball. Der Deutsche trainiert den Erstligisten Shandong Luneng und hat gerade Angreifer Graziano Pelle verpflichtet. Für etwa 15 Millionen Euro. So hoch soll auch das Jahresgehalt des italienischen Nationalspielers sein. Und alle reiben sich die Augen. Die Geldquelle sprudelt offensichtlich endlos. 

Alle wollen dahin, wo Milch und Honig fließt 

Doch Kicker und Vereine haben nicht nur Lust auf die China-Millionen. Auch die Klubs aus der Premier League wedeln wie gewohnt mit den Scheinen. Kein Wunder: Die Liga schwimmt im Geld, sie kassiert in drei Jahren 6,9 Milliarden Euro an TV-Geldern. Die Kohle wird mit vollen Händen ausgegeben. Und natürlich wollen alle in das gelobte Land, in dem Milch und Honig fließt. 

Granit Xhaka war dem FC Arsenal circa 45 Millionen Euro wert, Borussia Mönchengladbach freute es. Der Bundesligist reinvestierte Teile der Summe in Christoph Kramer (15 Millionen Euro) und Jannik Vestergaard (11 Millionen Euro). Henrich Mchitarjan spülte 42 Manchester-Millionen in die Kassen von Borussia Dortmund. Und das, obwohl er nur noch ein Jahr Vertrag hatte – Rekord. Der Trend: Die Vertragslaufzeit spielt beim großen Shoppen keine Rolle mehr.

Bayern München schlägt an einem Tag doppelt zu 

Unverschämt talentiert ist auch Michy Batshuayi. Kennen Sie nicht? Der Belgier hat eine starke Saison für Olympique Marseille in Frankreich gespielt, erzielte 17 Ligatore. Der FC Chelsea rechnete ein wenig herum und kam zu dem Ergebnis, einen guten Deal zu machen, würde man 39 Millionen Euro für den Mann zahlen – und überwies das Geld. Bei der EM wurde Batshuayi für Belgien übrigens nur einmal eingewechselt: beim 4:0 gegen Ungarn. Immerhin traf er direkt ins Tor. 

Bayern München versteckt sich nicht und hat früh auf dem Transfermarkt zugeschlagen. Der deutsche Rekordmeister verpflichtete für 73 Millionen Euro Mats Hummels (38 Millionen) und Renato Sanches (35). Beide Wechsel brachten die Münchner an einem Tag unter Dach und Fach, das gab es in diesem Umfang in Deutschland noch nie.

Manchester United könnte Transferrekord brechen

Auch Borussia Dortmund griff tief in die Tasche, allerdings war ja nach den Abgängen von Mchitarjan, Hummels und Ilkay Gündogan auch viel Geld drin. Sechs Neuzugänge – und damit ein neues Gesicht des Klubs – gab es für 57,75 Millionen Euro, also für einen Hulk. Der BVB hat sich vor allem europäische Talente geschnappt, denn finanziell können sich die Borussen mit einigen Klubs einfach nicht messen.

Möglich ist sogar, dass der bisherige Rekord pulverisiert wird, bevor am 1. September das Transferfenster schließt. Denn: Gegen Ende steigen die Preise und in der Woche nach der EM sortieren sich Klubs, Berater und Spieler noch.

Für Cristiano Ronaldo zahlte Real Madrid 2009 94 Millionen Euro Ablöse an Manchester United. Jetzt versuchen die "Red Devils" anscheinend selbst, sich den Eintrag ins Guinness-Buch zu sichern: Der Franzose Paul Pogba könnte dem Verein von Trainer José Mourinho rund 120 Millionen Euro wert sein. Ein Jahr, nachdem für einen Kevin de Bruyne vom VfL Wolfsburg 75 Millionen über den Tisch gingen, dürfte das niemanden mehr wundern. 

 

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