Englische Spieler in U-Haft / Steffen Freund wurde verhört: Spanien: Sexuelle Übergriffe im Trainingslager?
zuletzt aktualisiert: 05.03.2004 - 16:20Cartagena (rpo). Was ist wirklich passiert im Trainingslager im südspanischen La Manga? Fest steht nur, dass der Deutsche Steffen Freund nach einem Polizei-Verhör in Cartagena wieder auf freiem Fuß ist. Sechs seiner Teamkollegen vom abstiegsbedrohten Premier-League-Klub Leicester City mussten die Nacht in einem Gefängnis verbringen. Der Vorwurf: sexueller Übergriffe auf drei afrikanische Frauen.
Der ehemalige Fußball-Nationalspieler und Europameister von 1996 wurde nach einer Befragung frei gelassen. Hingegen mussten sich Freunds Mitspieler Matt Elliott, Keith Gillespie, Lilian Nalis, Paul Dickov, Frank Sinclair und James Scowcroft nach der Nacht in Untersuchungshaft erneut den Fragen der spanischen Justizbehörde stellen. Anschließend wurden Scowcroft gegen Zahlung von 20.000 Euro sowie Nalis und Elliot ohne Kaution freigelassen. Unter Verdacht stehen aber weiterhin alle sechs Spieler.
Nach der Anhörung hat der Richter nach spanischem Recht weitere 72 Stunden Zeit, um Anklage zu erheben. "Es ist klar, dass uns dieser Vorfall großen Schaden zufügt. Aber die Spieler haben mir gesagt, dass sie unschuldig sind und sich energisch gegen die Vorwürfe zur Wehr setzen wollen", sagte Leicesters Vorstandsmitglied Paul Mace.
Am Donnerstag hatten drei afrikanische Frauen bei der Polizei Anzeige erstattet, weil mehrere Profis des Tabellenvorletzten während ihres Trainingslagers im südspanischen La Manga in das Hotelzimmer der Frauen eingedrungen sein sollen, um sich dort an ihnen zu vergehen.
Die drei Frauen gaben gegenüber der Polizei an, die Spieler am Flughafen von Alicante auf Fotos wiedererkannt zu haben. Als Beweismittel hinterließen sie zudem ein ärztliches Attest. Bei einer Verurteilung würde den Profis nach spanischem Recht eine Freiheitsstrafe von bis zu zwölf Jahren drohen.
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