Trikot-Werbung in der Bundesliga immer teurer: Spitzenreiter ist Bayern mit 15 Millionen Mark
zuletzt aktualisiert: 19.01.2000Hamburg (dpa). Die Vereine der Fußball-Bundesliga forcieren ihre Vermarktung und lassen sich den Schriftzug auf der Spieler-Brust immer mehr vergolden. Nachdem die Elite-Liga erst in der vergangenen Saison die 100-Millionen-Schallmauer durchbrochen hatte, ist mit dem bisherigen Rekorderlös von rund 113 Millionen Mark für das laufende Spieljahr das Ende der Fahnenstange für die Trikotwerbung noch lange nicht erreicht.
Als vierter Club nach den Marktführern FC Bayern München (15,0), Borussia Dortmund (12,0) und Bayer 04 Leverkusen (10,0) wird Champions-League-Teilnehmer Hertha BSC künftig von seinem neuen Trikot-Sponsor (o.tel.o) einen zweistelligen Millionen-Beitrag kassieren - und seine Einnahmen in dem Bereich mehr als verdoppeln.
Doch selbst bei den Top-Verdienern soll die Gage weiter gemehrt werden - vor allem nach Willen der Vermarkter, die hierbei zunehmend ihren Einfluss geltend machen. "Die UFA hat gesagt, dass das BVB- Trikot mehr wert ist, als bisher gezahlt wird. Und es gibt mehrere Bewerber", bestätigte Pressesprecher Josef Schneck von Borussia Dortmund entsprechende Bestrebungen beim BVB. Eine Lösung zeichnet sich ab, denn s.Oliver könnte als Trikot-Sponsor aus- und dafür als Ausrüster einsteigen. Indiz: Nike (Vertrag endet im Juni) hat dem BVB "ein heruntergestuftes Angebot unterbreitet", erläuterte Schneck.
Mitten in der laufenden Spielzeit hat Pokalsieger SV Werder Bremen seinen Hauptsponsor gewechselt. An Stelle des zu Hertha BSC (erhält künftig zehn statt der bisher vier Millionen von der Continentale- Versicherung) überwechselnden Kommunikationsunternehmens o.tel.o ziert ab sofort der Schriftzug QSC den Werder-Dress. Die Hanseaten kassieren für die Kooperation mit dem Telekommunikations-Unternehmen sechs statt bisher 4,5 Millionen Mark. Auch der Hamburger SV, mit 3,5 Millionen Mark am unteren Ende der Einkunfts-Skala platziert, erwartet vom Automobilkonzern Hyundai eine kräftige Aufstockung.
Auch hier ist Vermarkter UFA treibende Kraft. "Der jetzige Vertrag entspricht nicht dem Marktwert des HSV. In diesem Bereich ist das Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht", sagte Joachim Hilke von der UFA der dpa. Wegen der laufenden Verhandlungen mit Hyundai wollte er keine Summen nennen. Laut einem Bericht der "Bild"-Zeitung soll der koreanische Konzern nach Vertragsablauf im Juni auf seine Option für die kommende Saison verzichten und dafür eine vorzeitige Verlängerung des Kontraktes bis 2002 erhalten. Die HSV-Einnahme würde zunächst auf 6,5 Millionen, für 2001/2002 dann auf 8,5 Millionen Mark ansteigen.
Auch wenn längst das Fernsehen zum größten Geldgeber des Fußballs aufgestiegen ist: Die Sponsoren sind mit ihren Zahlungen in immer neue Dimensionen vorgestoßen. Zum Vergleich: Als am 30. Oktober 1973 auf dem DFB-Bundestag die damals noch blanke Brust für Werbezwecke frei gegeben wurde, waren Eintracht Braunschweig ("Jägermeister") und der Hamburger SV ("Campari") Vorreiter als wandelnde Litfaßsäulen. Braunschweig kassierte damals 160 000, der HSV 400 000 Mark pro Jahr. 1993/94 wurden die Erstliga-Trikots für insgesamt 33,5 Millionen Mark mit Werbe-Logos dekoriert. Und zur kommenden Spielzeit wird sich die Gage mehr als vervierfacht haben.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







