Abstieg in die Oberliga: SV Babelsberg beantragt Insolvenz
zuletzt aktualisiert: 05.04.2003 - 14:33Potsdam (rpo). Fußball-Regionalligist SV Babelsberg 03 wird aus wirtschaftlichen Gründen in der nächsten Spielzeit eine Liga tiefer spielen. Der Aufsichtsrat des Vereins hat sich darauf geeignet, in der kommenden Woche Insolvenz anzumelden.
Darauf hatten sich Aufsichtsrat und Vorstand des Vereins während einer gemeinsamen Zusammenkunft nach dem enttäuschenden 1:1 gegen die Amateure von Bayer Leverkusen in der Nacht zum Samstag verständigt. Die Entscheidung fiel einstimmig. Den Lizenzantrag für die kommende Saison in der Regionalliga zieht der Verein zurück.
Präsident Marc Schulten übernahm für die derzeitige Misere die volle Verantwortung und kündigte mit der Insolvenz seinen Rücktritt an. Am Montag wird die Mannschaft informiert. Jedem Spieler steht es dann frei zu kündigen. Die Mannschaft wird wohl bereits am kommenden Samstag beim Auswärtsspiel in Osnabrück ein neues Gesicht haben. Der Verein, der auf geschätzten Verbindlichkeiten von 1,5 Millionen Euro sitzt, schuldet seinen Spielern eineinhalb Monatsgehälter.
Mit dem sportlichen Abgesang von neun sieglosen Spielen in Folge erloschen bei dem Verein, der vor zwölf Monaten noch in der 2. Bundesliga spielte, auch die Hoffnungen auf finanzielle Gesundung. So waren Potsdams Stadtverordnete nicht bereit, ihre Zustimmung für einen Kredit in Höhe von zwei Millionen Euro zu geben. Mit dieser Summe wollte der SV Babelsberg das in Erbbaupacht übernommene Karl- Liebknecht-Stadion beleihen.
In der jetzigen Situation glauben nur wenige Optimisten daran, dass die Potsdamer das so genannte Uerdinger Modell wiederholen können. Die Uerdinger hatten sich während des Verfahrens mit den Gläubigern geeinigt, und damit die Insolvenz im letzten Moment vereitelt. Sollte die Insolvenz nicht bis zum 30. Juni abgeschlossen sein, müsste der SV Babelsberg in der Verbandsliga neu anfangen.
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