2. Bundesliga 16/17 2. Bundesliga
| 13.35 Uhr

Auch Trainer Schuster will weg
Darmstadt droht nach Klassenerhalt der Ausverkauf

Dirk Schuster – Nationalspieler und Darmstadt-Trainer
Dirk Schuster – Nationalspieler und Darmstadt-Trainer FOTO: dpa, fve nic
Nach dem sensationellen Klassenerhalt ereilt Darmstadt 98 der Fluch der guten Tat: Nach Torjäger Sandro Wagner und Torhüter Christian Mathenia will auch Erfolgstrainer Dirk Schuster den Fußball-Bundesligisten unbedingt verlassen. Der 48-Jährige, der von den Darmstädter Fans als "Architekt des Lilien-Wunders" gefeiert wird, soll Markus Weinzierl beim FC Augsburg ersetzen.

"Der SV Darmstadt 98 muss sich, vor dem Hintergrund der Vertragslaufzeit bis 2018, nun mit dem Freigabewunsch auseinandersetzen. Dies werden wir in aller Ruhe und mit der gebotenen Seriosität tun", teilte Klub-Präsident Rüdiger Fritsch am Mittwochmorgen mit – allerdings werden die Verantwortlichen in Südhessen kaum eine andere Wahl haben als Schuster ziehen zu lassen.

"Dirk Schuster hat eine tolle und unvergessliche Zeit in Darmstadt erlebt und in dreieinhalb Jahren unglaubliche Erfolge gefeiert", sagte Schusters Berater Ronny Zeller der "Sport Bild": "Nun reizt ihn eine neue Aufgabe in Augsburg." Der Coach selbst macht derzeit Urlaub auf den Seychellen – weit weg vom Trainerkarussell der Bundesliga.

Dass die Erfolge der Aufsteigers von 2015 Begehrlichkeiten wecken, ist keine große Überraschung. Schuster hatte die Lilien zum Jahreswechsel 2012/2013 in der 3. Liga übernommen und hatte dann den Durchmarsch geschafft. Vor der abgelaufenen Saison waren die Lilien der Topfavorit auf den Abstieg – am Ende gelang die Rettung am 33. Spieltag.

"Das geht mir auf den Wecker", hatte Schuster noch vor ein paar Tagen zu den Wechsel-Gerüchten gesagt: "Ich besitze hier noch einen gültigen Vertrag." Deshalb wird sich Darmstadt den vorzeitigen Abgang des Coaches wohl mit einer Ablösezahlung versüßen lassen. Der FC Augsburg würde sich die Überweisung im Gegenzug von Schalke 04 wiederholen können, wo Weinzierl demnächst unterschreiben soll.

Das Geld wird der neue Darmstädter Trainer, der dann gefunden werden müsste, gut gebrauchen können. "Für mich ist es einfach besser, dass ich den Verein verlasse. Die Möglichkeit ist da. Ob Bundesliga oder England kann ich noch nicht sagen", hatte Wagner zuletzt gesagt. Der 28-Jährige erzielte 14 Saisontore und war damit einer der Hauptverantwortlichen für den Klassenerhalt. Auf der anderen Seite des Platzes hielt Mathenia (24) viele wichtige Bälle – und wird das wohl bald beim Hamburger SV tun.

Abwehrspieler Konstantin Rausch (26) steht zudem vor einem Absprung zum 1. FC Köln (wo auch Wagner ein Kandidat sein soll). Kultspieler Marco Sailer, der mit seinem markanten Vollbart zum Publikumsliebling wurde, hat ebenfalls seinen Abschied angekündigt und nach dem letzten Spiel sogar schon Abschiedstränen vergossen.

(sid)
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