Verträge mit Spielern sollen ihre Bedeutung behalten: Task Force der FIFA/UEFA will Sonderlösung im Transferstreit
zuletzt aktualisiert: 13.09.2000 - 17:45Nyon (dpa). Auf eine Sonderlösung für den Fußball im Transferstreit um Ablösesummen haben sich die Vertreter der «Task Force» der FIFA und UEFA bei ihrem ersten Treffen in Nyon geeinigt.
Statt einer völligen Abschaffung der Ablösesummen wollen die Funktionäre nach einem Kompromiss suchen, der der Sportart Fußball gerecht wird. «Wir hatten ein sehr konstruktives Treffen», erklärte Per Ravn Omdal, Vorsitzender der «Task Force» am Dienstag am Sitz des Europäischen Fußball-Verbandes. In Arbeitsgruppen will die «Task Force» Vorschläge ausarbeiten, die der Kommission der Europäischen Union bis zu 31. Oktober unterbreitet werden sollen.
Für Streit zwischen den beiden Verbänden hatte zuvor ein Kompromissvorschlag des Fußball-Weltverbandes FIFA gesorgt, wonach Profis künftig mit einjähriger Kündigungsfrist aus ihren Verträgen aussteigen können. Sogar Bundeskanzler Gerhard Schröder hatte in einem Gespräch mit Bayern Münchens Manager Uli Hoeneß seine Unterstützung für die Interessen der Clubs zugesagt.
Vor dem Treffen in Nyon hatte DFB-Vizepräsident Gerhard Mayer- Vorfelder, der die nationalen Verbände vertrat, bei einer Änderung des geltenden Transfer- und Vertragssystems durch die EU vor möglichem «Kannibalismus» unter den Vereinen gewarnt. «Die Folgen wären katastrophal, die Gehälter würden in noch größere Höhen schnellen, es würde zu einer großen Instabilität der Mannschaften führen, da überhaupt nicht mehr geplant werden könnte. Das würde bedeuten, dass ein Kannibalismus unter den Vereinen stattfinden würde, die großen würden die mittleren auffressen, die mittleren die kleinen», sagte Mayer-Vorfelder im Deutschen Sport Fernsehen (DSF).
Geeinigt haben sich die Vertreter am Mittwoch auch darauf, dass Verträge mit Spielern ihre Bedeutung behalten sollen. Bis ein neues System in Kraft tritt, wird es auf jeden Fall eine Übergangsperiode geben. Bei ihrem nächsten Treffen kommende Woche soll sich die Arbeitsgruppe auch mit der Frage beschäftigen, wie der Beschluss, junge Spieler zu unterstützen, umgesetzt werden soll.
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