DFB-Pokal: Doppel-Interview mit Toppmöller und Stevens: Toppmöller: "Samstag wird es ein großes Finale geben"
zuletzt aktualisiert: 10.05.2002 - 10:57Düsseldorf (rpo). Bayer-Coach Klaus Toppmöller freut sich auf das DFB-Pokal-Endspiel. "Samstag wird es ein großes Finale geben", sagt er im Interview, an dem auch Schalkes Trainer Huub Stevens teilnahm.
"Welchen Stellenwert hat das DFB-Pokalendspiel am Samstag in Berlin?"
Klaus Toppmöller: "Der Stellenwert ist unheimlich hoch. Wer den DFB-Pokal nicht ernst nimmt, begeht Betrug am Fußball. Ich kann nicht nachvollziehen, dass man antritt und dann absichtlich ausscheiden will. Dieses Jahr hat gezeigt, dass der DFB-Pokal sehr populär ist. Diesmal standen vier Bundesligisten im Halbfinale, und die Spiele Schalke gegen Bayern und Bayer gegen Köln waren eine tolle Werbung. Das Pokalfinale ist ein Highlight, da kommt man nur ein- oder zweimal im Leben hin, das will doch jeder Fußballer einmal gewinnen."
Huub Stevens: "Wir wissen, wie schön das im letzten Jahr war, als wir den Pokal geholt haben. Man versucht natürlich, das zu wiederholen, aber wir wissen, dass es diesmal schwieriger ist als in der letzten Saison, weil wir gegen die beste Mannschaft Deutschlands spielen."
"Wie beurteilen Sie die Chancen im Pokalfinale?"
Toppmöller: "Fifty-Fifty. Schalke hat eine tolle Mannschaft, hat eine glänzende Rückrunde gespielt. Wenn sie eine bessere Vorrunde gespielt hätte, wäre sie ganz oben dabei gewesen. Am Samstag wird es ein großes Finale geben, da geht richtig die Post ab. Beide Mannschaften sind für den internationalen Wettbewerb qualifiziert und werden bedingungslos nach vorne spielen. Die Fans dürfen sich auf ein großes Fußballfest freuen."
Stevens: "Ich denke, Leverkusen ist der Favorit. Im letzten Jahr waren wir es gegen Union Berlin, diesmal sind die Voraussetzungen anders. Aber wir sind der Titelverteidiger, das darf man nicht vergessen. Leverkusen war über das ganze Jahr die beste Mannschaft. Wir müssen unsere optimale Leistung bringen und eine gute Tagesform zeigen, um eine Chance zu haben."
"Welche Bedeutung hat das Endspiel für Sie persönlich?"
Toppmöller: "Das Finale ist für mich eine Riesensache. Ich sitze erstmals als Trainer bei einem Pokalfinale auf der Bank, darauf freue ich mich. In den letzten Jahren war ich oft bei Endspielen im Olympiastadion. Die Atmosphäre, das ganze Drumherum, war einfach phantastisch."
Stevens: "Es ist mein letztes offizielles Spiel für Schalke, das ist die besondere Bedeutung. Meine Person ist aber gar nicht wichtig, es geht um die Mannschaft und den FC Schalke 04. Dass ich demnächst in Berlin arbeite, hat damit gar nichts zu tun. Wir werden alles dafür tun, um unseren Titel erfolgreich zu verteidigen, aber wenn der Schiedsrichter anpfeift, dann stehe ich nicht auf dem Platz. Wenn wir gewinnen, wäre es für mich der dritte Titel in sechs Jahren auf Schalke und ein sehr schöner Abschied, besonders für die Fans."
"Wie lautet Ihr Tipp für das Finale?"
Toppmöller: "Wir gewinnen 3:2 nach einem tollen Finale."
Stevens: "Ich tippe nicht. Aber Leverkusen verfügt über sehr gute Einzelspieler, da sind wir in unserem Kader noch nicht so weit. In einem Endspiel ist aber alles möglich."
"Welche personellen Probleme gibt es vor dem Finale?"
Toppmöller: "Leider fällt Jens Nowotny aus (Kreuzbandriss, d.R. ). Er ist auf seine Art nicht zu ersetzen. Er ist Kapitän, Führungsspieler, ein Idol. Jens wird am Samstag in Berlin als Zuschauer dabei sein, und ich hoffe, dass er mit uns den Pokalsieg feiern kann. Am Sonntag fliegt er nach Vail/Colorado, dort wird er vom Spezialisten Dr. Richard Steadman operiert."
Stevens: "Emile Mpenza hat bis Mittwoch nicht mit der Mannschaft trainiert, sondern sein Aufbautraining absolviert. Ich denke aber, dass er dabei sein wird. Das Gleiche gilt für Ebbe Sand und Victor Agali, die am vergangenen Samstag gegen den VfL Wolfsburg nicht dabei sein konnten. Auch Sven Kmetsch hat seinen Trainingsrückstand aufgeholt und ist wieder fit. Klar ist, dass Olaf Thon ausfällt."
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