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Fifa will EU Zugeständnisse machen: Transfer-Reform spaltet FIFA und UEFA

zuletzt aktualisiert: 16.01.2001 - 17:23

Hamburg (dpa). Der Streit um die von der EU geforderte Reform des Transferwesens ist zur Machtprobe zwischen dem Fußball-Weltverband FIFA und der Europäischen Fußball-Union UEFA ausgeartet.

Auslöser des seit Monaten schwelenden und seit Montagabend offen ausgebrochenen Konflikts ist ein Papier der FIFA an die EU, in dem der Weltverband den Brüsseler Behörden offenbar weit reichende Zugeständnisse signalisiert hat.

Der Kontinentalverband reagierte nach einer Sitzung mit Vertretern von 13 europäischen Ligen empört auf den FIFA-Vorstoß, von dem die UEFA erst im Nachhinein informiert wurde. In einer gemeinsamen Erklärung lehnten die Europäer die Vorschläge kategorisch ab, kritisierten harsch das eigenmächtige Vorgehen des Weltverbandes und drohten dem Weltverband mit dem Abschied aus der Verhandlungs- Allianz. Sollte die FIFA nicht von ihrer Position abrücken, werde die UEFA eigene Vorschläge zur Transferreform bei der EU einreichen, sagte UEFA-Generaldirektor Gerhard Aigner nach dem Treffen, bei dem UEFA-Exekutivmitglied Gerhard Mayer-Vorfelder die deutschen Farben vertrat.

Grundsätzliche Differenzen bestehen zwischen beiden Parteien vor allem in den Fragen, welche Mindest-Laufzeiten künftige Verträge haben dürfen und unter welchen Umständen Profis diese Kontrakte kündigen können. Die FIFA ist - im Gegensatz zur UEFA - inzwischen dazu bereit, Spielern ein einseitiges Kündigungsrecht einzuräumen. Aus UEFA-Kreisen verlautete am Dienstag, dass Spieler nach den FIFA- Vorstellungen bereits mit einer dreimonatigen Kündigungsfrist den Club wechseln können. Spieler sollen bereits dann ihre Kontrakte auflösen können, wenn es mit dem Trainer Unstimmigkeiten über die Taktik gibt. Ein FIFA-Sprecher widersprach dieser Darstellung, verweigerte aber Angaben zum Inhalt des Papiers.

Die UEFA bezeichnete das FIFA-Dokument als «Nicht-Papier». Unterstützt werden die Verbands-Funktionäre von den Vertretern den Groß-Vereine, die sich von der FIFA im Stich gelassen fühlen. «Spieler und Verein unterzeichnen freiwillig einen Vertrag, den nur der Spieler kündigen kann. Oder geben die Vorschläge der FIFA auch dem Verein das Recht, den Kontrakt nach zwei schlechten Spielen zu zerreißen», sagte Leeds Uniteds Präsident Peter Ridsdale und sprach von einem «Desaster für den Sport».

«Es ist ein Dikussionspapier. Da stellt sich nicht die Frage, ob man es akzeptiert oder ablehnt. Wir haben der EU-Kommission ein Papier überreicht und gesagt, dass wir verhandeln wollen», verteidigte FIFA-Präsident Sepp Blatter das Vorgehen und wehrte sich gegen den Vorwurf, einen Alleingang praktiziert zu haben: «Wir setzen weiterhin auf Diplomatie.»

Nicht so die UEFA, bei der die Zeichen auf Konfrontation stehen. In Nyon versammelte sich das Exekutiv-Komitee am Dienstag zu einer zweitägigen Dringlichkeitssitzung, in der das weitere Vorgehen beraten werden soll. Man werde die Gespräche mit der FIFA so lange aussetzen, bis «einige Grundsätze» geklärt seien, erklärte der Kontinentalverband.

So bleiben die Gespräche zwischen den Verbänden, der EU und der Spielergewerkschaft FIFPRO vorerst ausgesetzt. «Es gibt im Moment keinen neuen Termin für ein Treffen», bestätigte EU-Sprecherin Amelia Torres. Die EU-Kommission zeigte sich am Dienstag vom Streit zwischen den beiden Fußball-Verbänden wenig überrascht. Rivalitäten seien schon länger bekannt, hieß es am Dienstag in Brüssel.

«Wir haben erhebliche Fortschritte verzeichnet. Wir sind weiterhin zuversichtlich, eine Lösung zu erreichen», sagte ein EU-Mitarbeiter. Voraussetzung für weitere Gespräche zwischen Politik und Fußball wird aber die Beilegung des Streits der Fußball-Verbände sein. EU- Kommissarin Viviane Reding hatte stets betont, dass Brüssel die Reform mit allen Beteiligten erzielen will. Sonst könnte eine Gruppe - beispielsweise die Spieler - später vor Gericht ziehen. Die FIFA sei allerdings der Haupt-Ansprechpartner Brüssels in dem Streit.

Quelle: RPO Archiv

 
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