Deutsche Klubs halten sich noch zurück: Transfers: Koller hält den Rekord
zuletzt aktualisiert: 28.05.2001 - 16:49Neuss (rpo). Die deutschen Bundesliga-Klubs halten sich auf dem Transfermarkt noch zurück. Bislang investierten die 18 besten Vereine geschätzte 120 Millionen Mark in neue Spieler. Borussia Dortmund gab am meisten aus: 21 Millionen Mark für den Stürmer Jan Koller (Foto).
Die teuersten Neuverpflichtungen neben Koller heißen Robert Kovac und Bart Goor. Der Kroate Kovac wechselt für 12,5 Millionen Mark von Bayer Leverkusen zu den Bayern und wird dort künftig mit seinem Bruder Niko (für 11,5 Millionen vom Hamburger SV) zusammenspielen. Der 28 Jahre alte Goor kostet ebenfalls 12,5 Millionen Mark und kommt wie Koller vom belgischen Rekordmeister Anderlecht.
Neben der Hertha, die in dem Brasilianer Marcelinho (zehn Millionen) einen weiteren "Hochkaräter" verpflichtet hat, hat auch wieder Bayer Leverkusen tief in die Tasche gegriffen. Der Werksklub gab bisher 17,5 Millionen Mark aus, allein zwölf Millionen davon für Zoltan Sebescen vom VfL Wolfsburg. Noch nicht eingerechnet in die Rechnung ist Yildiray Bastürk. Der Transfer des Spielmachers vom Absteiger VfL Bochum scheiterte bislang an der Ablösesumme, die nach Ansicht der Bochumer bei zehn Millionen Mark liegen soll.
Weitaus größere Deals sind beim deutschen Meister in München möglich. Die Bayern, die bislang neben den Kovac-Brüdern nur Pablo Thiam ablösefrei vom VfB Stuttgart holten, wollen laut Manager Uli Hoeneß für die kommende Saison bis zu 100 Millionen Mark in "Beine" investieren. Hoeneß spricht sogar von Summen jenseits der 50-Millionen-Grenze für einen Spieler.
Von einem Einsatz solcher Beträge kann der Hamburger SV zwar derzeit nur träumen, dennoch haben die Hanseaten prominenten Ersatz für Niko Kovac gefunden. Für Rückkehrer Jörg Albertz überwies der HSV knapp zehn Millionen Mark an die Glasgow Rangers. Im Tor ersetzt der Ex-Rostocker Martin Pieckenhagen den ablösefrei nach Leverkusen gewechselten Nationalkeeper Hans-Jörg Butt.
Schon vor dem bitteren Ende aller Titelhoffnungen hat "Vier-Minuten-Meister" Schalke 04 seine bislang drei Neuverpflichtungen getätigt. Während Sven Vermant vom FC Brügge und Kristijan Djordjevic vom VfB Stuttgart ablösefrei wechselten, überwiesen die Königsblauen für Victor Agali zehn Millionen Mark an Hansa Rostock. Der Nigerianer erwartet allerdings harte Konkurrenz im Schalker Angriff, wo Ebbe Sand und Emile Mpenza gesetzt sind.
Von den drei Aufsteigern hat bislang nur der 1. FC Nürnberg ausgiebig eingekauft. Trainer Klaus Augenthaler darf mit sieben neuen Spielern planen, der teuerste war Kai Michalke (1,5 Millionen) von Hertha BSC. Borussia Mönchengladbach zahlte die stolze Summe von 2,5 Millionen Mark für Daniel Felgenhauer an die SpVgg Greuther Fürth. Nur St. Pauli konnte wenige Tage nach dem Aufstieg erst einen Zugang vermelden: Neue Nummer eins im Tor der Kiez-Kicker wird der Kroate Tihomir Bulat für bescheidene 100.000 Mark.
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