1. Bundesliga 17/18
| 22.06 Uhr

Drittes Spiel in Folge sieglos
Rummel um Nagelsmann tut Hoffenheim nicht gut

Hoffenheim - Augsburg: Bilder des Spiels
Hoffenheim - Augsburg: Bilder des Spiels FOTO: dpa, ua hak
Sinsheim. 1899 Hoffenheim wartet seit drei Pflichtspielen auf einen Sieg. Die Kraichgauer können die Spekulationen um Trainer Julian Nagelsmann und Bayern München einfach nicht abschütteln.

Julian Nagelsmann lehnte an der Wand, hatte die Hände hinter dem Rücken verschränkt, und analysierte relativ entspannt das Spiel. Von allzu großer Enttäuschung war beim Coach des Bundesligisten 1899 Hoffenheim nach dem 2:2 (0:0) gegen den FC Augsburg nichts zu spüren. Dabei steckt sein Team fraglos im Tief. Und ob es dem "Trainer des Jahres" gefällt oder nicht - seit der Rummel um ihn und Bayern München begonnen hat, wartet die TSG auf einen Sieg.

Für Nagelsmann kommt es allerdings nicht infrage, einen Zusammenhang zwischen den zurückliegenden drei Pflichtspielen (zwei Niederlagen, ein Remis) und den Spekulationen um ein zukünftiges Engagement beim Rekordmeister herzustellen. "Ich beantworte die Fragen zur TSG und zu meiner Mannschaft. Ich brenne für den Erfolg und für die Mannschaft", sagte der 30-Jährige bei Sky: "Alles andere ist ein Thema für die Medien, aber weniger für Julian Nagelsmann."

Ein Thema für den Trainer war am Samstag vielmehr die Abschlussschwäche seiner Schützlinge, die er als Hauptgrund für den verpassten Sieg ausgemacht hatte. "Wir hatten 23:12 Torschüsse. Aber schon unser U19-Busfahrer hat immer gesagt, dass es eng wird, wenn man seine Chancen nicht nutzt", äußerte Nagelsmann, der nach eigenen Angaben "nullkommanull Kontakt" zu den Bayern hat: "Ich fange allerdings erst an, mir Sorgen zu machen, wenn wir in 90 Minuten nur eine Chance rausspielen. Irgendwann werden wir wieder dreifach punkten."

Dieses Versprechen war Sandro Wagner eindeutig zu wenig, der Nationalspieler zeigte sich bedient. "Es ist jetzt keiner gestorben, aber bei dem Spielverlauf müssen wir einfach gewinnen", sagte der Stürmer: "Wir müssen zwar mehr Tore machen, aber zwei Treffer müssen auch mal zum Sieg reichen."

Last-Minute-Eigentor von Vogt

Zweimal sah es danach aus, als ob es gegen den FCA reichen würde. Benjamin Hübner (52.) und Mark Uth (85.) brachten die Kraichgauer vor 27.014 Zuschauern jeweils in Führung. Doch der eingewechselte Michael Gregoritsch (75.) und ein Last-Minute-Eigentor von TSG-Kapitän Kevin Vogt (90.) standen dem Dreier im Weg.

So konnten sich die Hoffenheimer (15 Punkte) nur durch den Blick auf drei Statistiken trösten: Es bleibt dabei, dass die TSG noch kein Heimspiel gegen Augsburg verloren hat. Nagelsmann erreichte die 100-Punkte-Marke als Bundesliga-Coach. Und Hoffenheim ist seit mittlerweile 22 Liga-Spielen (17 Monate) zu Hause ungeschlagen.

Am Donnerstag ist ein Remis allerdings definitiv zu wenig. Dann tritt 1899 in der Europa League gegen Istanbul Basaksehir an. Im Europacup steht der Klub von Mehrheitseigner Dietmar Hopp nach vier Pleiten in vier Spielen gewaltig unter Druck. Gegen die Türken soll unbedingt der erste internationale Sieg her.

"Es bleibt nach wie vor dabei, dass wir die Vorrunde überstehen wollen", sagte Sportdirektor Alexander Rosen: "Wir müssen also anfangen zu punkten - ein Sieg wäre da das Beste." Ähnlich sieht es Wagner: "Das Spiel ist extrem wichtig. In der Europa League müssen endlich Punkte her. Wir spielen voll auf Sieg."

(sid)
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Rummel um Julian Nagelsmann tut TSG 1899 Hoffenheim nicht gut


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.