1. Bundesliga 16/17
| 15.29 Uhr

Marktwert um 925 Prozent gestiegen
Hoffenheim reibt sich nach Firmino-Verkauf die Hände

Das ist Roberto Firmino
Das ist Roberto Firmino FOTO: afp, agz
Düsseldorf. Roberto Firmino hat für einen Bundesliga-Transferrekord gesorgt. 1899 Hoffenheim kassiert 41 Millionen Euro für den Brasilianer, der zum früheren englischen Rekordmeister FC Liverpool wechselt.

Als der FC Liverpool mit seinen Pfunden wucherte, machten Roberto Firmino und 1899 Hoffenheim den Rekordtransfer zügig perfekt: Der brasilianische Nationalspieler wechselt für 41 Millionen Euro aus dem Kraichgau zum früheren englischen Rekordmeister. Der Transfer macht den 23-Jährigen zum teuersten Bundesligaspieler der Geschichte.

"Natürlich ist jetzt die Zeit für den nächsten Schritt", hatte Firmino, der derzeit für die Selecao bei der Copa America in Chile zaubert, schon wenige Stunden vor der Bekanntgabe des Transfers gesagt. Der Offensivspieler, der eigentlich noch bis 2017 bei 1899 unter Vertrag stand, löst durch seinen Wechsel in die Premier League den Spanier Javi Martinez (2012 für 40 Millionen Euro von Athletic Bilbao zu Bayern München) an der Spitze der deutschen Rekordliste ab.

Marktwert um 925 Prozent gestiegen

Damit schafft es Firmino zwar nicht einmal in die "Top 20" der weltweiten Transfers, dennoch reiben sich die Hoffenheimer die Hände. Schließlich kam der Edeltechniker im Januar 2011 für schlappe vier Millionen Euro von Figueirense aus Florianopolis in den Kraichgau – viereinhalb Jahre später hat er seinen Marktwert um sagenhafte 925 Prozent gesteigert.

"Ich sehe das mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Sportlich ist der Abgang natürlich ein Verlust, aber wir sind überzeugt davon, dass die TSG in der neuen Saison auch ohne Roberto wieder über einen spannenden Kader verfügt", sagte Hoffenheims Sportdirektor Alexander Rosen: "Dass wir Roberto irgendwann einmal nicht mehr halten können, war angesichts seiner Qualität und der Entwicklung, die er gerade in den vergangenen 24 Monaten genommen hat, abzusehen."

Firmino, der in 152 Spielen 48 Tore für die TSG erzielte, erhält in Liverpool einen Fünf-Jahres-Vertrag – falls er den Medizincheck nach der Südamerikameisterschaft besteht. Damit haben die Reds ihre Ligarivalen Manchester City und Manchester United im Kampf um den Offensivstar ausgestochen.

Dass Firmino die Hoffenheimer in diesem Sommer verlassen wird, war schon seit Monaten klar. Spätestens als Mehrheitseigner Dietmar Hopp im Februar angekündigt hat, dass der Klub Transfererlöse erzielen müsse, war der Verkauf beschlossene Sache.

"Gerade in Zeiten des Financial Fair Play wird es für Klubs wie die TSG immer wichtiger, junge Talente zu entdecken und zu entwickeln, um sportlich wie wirtschaftlich auf einem hohen Niveau überleben zu können", betonte Hopp auch am Mittwoch noch einmal: "Der sich nun abzeichnende Transfer von Roberto Firmino ist die Bestätigung dieses in den vergangenen Jahren eingeschlagenen Weges, der noch intensiviert werden muss. Über diese Schiene müssen sich Klubs wie 1899 Hoffenheim finanzieren, um sich in der Bundesliga etablieren zu können."

Rosen hatte zudem bereits angekündigt, dass die Einnahmen nicht komplett in die Mannschaft gesteckt werden. Auch das bekräftigte der Sportchef erneut. "Wir haben immer betont, dass wir den Transfererlös wie immer er auch aussehen mag, nicht sofort und in vollem Umfang reinvestieren", äußerte Rosen: "Die TSG ist auf solche Transfers angewiesen, um Einnahmen zu generieren und die Wirtschaftlichkeit des Klubs zu sichern."

Das internationale Interesse an Firmino, dessen großes Vorbild der frühere Weltfußballer Ronaldino ist, wurde spätestens im Herbst 2014 geweckt. Im Oktober wurde er erstmals in die Auswahl des Rekordweltmeisters berufen. Sein Debüt feierte Firmino am 12. November beim 4:0 gegen die Türkei. Nur sechs Tage später erzielte er in seinem zweiten Länderspiel sein erstes Tor. Es war der Siegtreffer zum 2:1 in Österreich.

Der entscheidende Treffer im letzten Gruppenspiel der Copa gegen Venezuela (2:1) war bereits sein viertes Tor im neunten Länderspiel. Im Viertelfinale trifft der Familienvater mit Brasilien auf Paraguay.

(sid)
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