1. Bundesliga 17/18
| 12.18 Uhr

Nagelsmann-Team im Murmeltier-Modus
Hoffenheim gibt zum achten Mal 1:0-Führung aus der Hand

Basaksehir - Hoffenheim: Bilder des Spiels
Basaksehir - Hoffenheim: Bilder des Spiels FOTO: rtr
Istanbul. Bundesligist 1899 Hoffenheim kommt nicht aus dem Tief heraus. Beim Remis in Istanbul gab die Mannschaft von Trainer Julian Nagelsmann erneut eine 1:0-Führung aus der Hand.

Nachdem das Murmeltier zum achten Mal gegrüßt hatte, steckte auch die Erklärung von Julian Nagelsmann in der "Zeitschleife" fest. "Wir müssen ein zweites oder drittes Tor nachlegen", sagte der Trainer von 1899 Hoffenheim im Anschluss an das 1:1 (0:0) in der Europa League beim türkischen Vizemeister Istanbul Basaksehir.

Diese Analyse Nagelsmanns war in den vergangenen Wochen schon sehr oft zu hören. Was nicht verwundert, schließlich hat der Bundesligist bereits zum achten Mal in der laufenden Saison eine 1:0-Führung aus der Hand gegeben. In der Europa League schossen die Kraichgauer, die in den zurückliegenden acht Pflichtspielen nur einmal als Sieger vom Feld gingen, sogar in allen vier bisherigen Partien das erste Tor - heraus kam aber nur ein Sieg im Hinspiel gegen Istanbul (3:1).

Deshalb liegt der Europacup-Debütant, der als Ziel den Einzug in die K.o.-Runde ausgegeben hat, mit lediglich vier Punkten auf dem vorletzten Platz der Gruppe C. Der bulgarische Serienmeister Ludogorez Rasgrad (acht Zähler) und die Portugiesen von Sporting Braga (sieben Zähler) sind vor den beiden ausstehenden Partien klar im Vorteil. Wenn die TSG international überwintern will, muss sie die Spiele gegen beide Teams gewinnen.

Nagelsmann muss improvisieren, Vogt verletzt

Das weiß auch Nagelsmann. "Die Situation hat sich für uns nicht großartig geändert. Wir brauchen sechs Punkte und müssen uns sputen, die zu holen", äußerte der "Trainer des Jahres", der in Istanbul zum Improvisieren gezwungen war. Benjamin Hübner, Mark Uth, Pavel Kaderabek, Lukas Rupp, Serge Gnabry, Adam Szalai und Ermin Bicakcic standen nicht zur Verfügung.

Und zu allem Überfluss musste Kapitän Kevin Vogt bereits in der 23. Minute nach einem Zusammenprall verletzt vom Platz. Der Einsatz des Abwehrchefs am Sonntag in der Liga beim 1. FC Köln (15.30 Uhr/Live-Ticker) scheint mehr als fraglich. "Kevin geht es nicht so gut, wir müssen die Diagnose abwarten. Ich gehe erst einmal von etwas Schlechterem aus, als ich hoffe", sagte Nagelsmann zum Zustand des Ex-Kölners.

Es wäre ein weiterer Rückschlag für den Bundesliga-Siebten, der die Mischung aus Mehrfachbelastung und Verletzungspech augenscheinlich nicht wegstecken kann. Auch Nagelsmann räumte ein, dass seine Schützlinge in der Schlussphase auf dem Zahnfleisch gingen. "Wir hatten am Ende nicht mehr die Power, ansprechend zu verteidigen", sagte der 30-Jährige: "Der Punkt für Istanbul war sehr verdient."

Zuvor hatte der Österreicher Florian Grillitsch den Klub von Mehrheitseigner Dietmar Hopp mit seinem ersten Tor für die TSG in Führung gebracht (47.). In der dritten Minute der Nachspielzeit traf Edin Visca für den Lieblingsverein des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan.

(sid)
 
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