1. Bundesliga 16/17
| 15.58 Uhr

Hoffenheim-Coach Stevens
"Mister Klassenerhalt" startet in seine Feuerwehrmann-Mission

Hoffenheim stellt "Feuerwehrmann" Stevens vor
Hoffenheim stellt "Feuerwehrmann" Stevens vor FOTO: dpa, wok hak
Sinsheim/Köln. Huub Stevens beginnt seinen längsten Einsatz als "Feuerwehrmann". Bei 1899 Hoffenheim ist er bereits vor seinem ersten Spiel ein Trainer auf Abruf.

Der erste Einsatz von Huub Stevens in Stuttgart dauerte gerade mal 61 Tage, sein zweiter 179 - jetzt muss der Feuerwehrmann par excellence bei 1899 Hoffenheim 201 Tage lang seinem Ruf alle Ehre machen. Kurzeinsätze in der Bundesliga sind für den "Mister Klassenerhalt" in den letzten Jahren zum erfolgreichen Geschäftsmodell geworden. Warum es immer wieder funktioniert, kann sich der Niederländer aber auch nach all den Jahren nicht erklären.

"Warum es bei manchen Teams direkt nach einem Trainerwechsel sofort wieder klappt, kann ich nicht sagen. Dazu ist der Fußball zu komplex", sagte Stevens vor seinem Debüt am Samstag bei seinem Ex-Klub 1. FC Köln (15.30 Uhr/Live-Ticker). Sofort wieder klappen muss es unbedingt in Sinsheim, das nach seinem schlechtesten Bundesliga-Start der Vereinsgeschichte und sechs Punkten aus zehn Spielen auf dem vorletzten Platz der Tabelle steht.

Porträt: Huub Stevens: Bundesliga-Hopper mit Oranje-Gen FOTO: dpa, bt hpl

Kein Problem für den Niederländer, der solche Situationen mittlerweile gewöhnt ist. Stevens kommt, wenn es brennt, und bringt die Mannschaft wieder auf Kurs. In die Rolle des Messias wollte der "Knurrer von Kerkrade" aber deswegen nicht gleich erhoben werden. "Ganz oben sitzt einer, der kann das. Der hat Sandalen an. Das habe ich manchmal auch - aber ich kann das nicht", sagte der 61-Jährige auf die Frage, ob er die Gründe für die TSG-Talfahrt schon erkannt habe.

Viel Zeit bleibt ihm dafür nicht, aber als mit Abstand erfahrenster Bundesligacoach hat der Trainerfuchs immer ein Ass im Ärmel. "Der Mensch ist ein Mensch. Er ist kein Computer. Er hat Emotionen. Das ist eine komplexe Angelegenheit. Es geht darum, bestimmte Dinge herauszunehmen und andere herauszukitzeln. Ich versuche, der Mannschaft Vertrauen zu geben", sagte Stevens, für den Hoffenheim die sechste Bundesliga-Station ist. Schalke, Hertha, den HSV, noch mal Schalke, Stuttgart, noch mal Stuttgart hatte er bisher in seiner Vita stehen.

Und zwischendurch den 1. FC Köln: Zur Saison 2004/2005 hatte er die Kölner in der 2. Bundesliga übernommen und sie sofort zum Wiederaufstieg geführt. Nach der Spielzeit kündigte er jedoch seinen Vertrag, um sich besser um seine damals schwer erkrankte Ehefrau Toos kümmern zu können. Peter Stöger erwartet eine harte Partie: "Huub Stevens ist ein sehr routinierter Trainer, der in den letzten Jahren gezeigt hat, dass er schwierige Situationen sehr gut lösen kann. Es wird nicht einfach", sagte er dem SID.

Stevens leitet erstes Training in Hoffenheim FOTO: dpa, wok hpl

Stevens hatte am Montag Markus Gisdol abgelöst, der dem Niederländer in seiner Zeit bei Schalke 04 als Assistent zur Seite gestanden hatte. Auch sein Nachfolger steht schon fest: Zur nächsten Saison übernimmt der erst 28-jährige Julian Nagelsmann. Nagelsmann steigt damit zum jüngsten Bundesliga-Trainer aller Zeiten auf.

(sid)
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