1. Bundesliga 15/16 Bundesliga
| 12.55 Uhr

Gesundheitliche Probleme
Stevens tritt als Hoffenheim-Trainer zurück

Porträt: Huub Stevens: Bundesliga-Hopper mit Oranje-Gen
Porträt: Huub Stevens: Bundesliga-Hopper mit Oranje-Gen FOTO: dpa, bt hpl
Der Feuerwehrmann ist verbrannt: Nach nur 107 Tagen im Amt tritt Huub Stevens aus gesundheitlichen Gründen als Trainer des stark abstiegsbedrohten Bundesligisten 1899 Hoffenheim zurück. Die Kraichgauer belegen in der Tabelle nach 20 Spieltagen mit nur 14 Punkten den enttäuschenden 17. Rang. Die Co-Trainer von Stevens sollen nun den Klub vor dem ersten Abstieg bewahren.

Stevens hatte Ende Oktober die Nachfolge des entlassenen Markus Gisdol angetreten. In zehn Partien unter der Regie des Niederländers, der ohnehin nur bis zum Ende der Saison als Feuerwehrmann arbeiten wollte, verbuchten die Hoffenheimer lediglich einen Sieg und nur acht Zähler. Hoffenheim hat bereits fünf Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz (Werder Bremen), der Abstand zum rettenden Ufer beträgt sieben Zähler.

Den jüngsten Tiefpunkt hatte die TSG erst am Sonntag erlebt, als das Heimspiel gegen den Aufsteiger und direkten Konkurrenten Darmstadt 98 mit 0:2 verloren wurde. Ein Wechsel auf der Trainerbank hatte sich danach zunächst aber nicht angedeutet.

"Es ist keine Alternative, den Laden zuzumachen. Und ein Trainerwechsel ist auch keine Alternative", hatte Sportchef Alexander Rosen nach dem sportlichen Offenbarungseid gesagt. Dennoch gab Rosen zu: "Die Zahlen sind ungenügend." Stevens wollte von einem vorzeitigen Ende seiner Amtszeit am Sonntag noch nichts wissen. Er war auffällig darum bemüht, seine Arbeit in einem guten Licht darzustellen. Die Mannschaft sei "nicht leblos", sie habe "gekämpft" und wollte "ein Zeichen setzen". Dennoch wirkte Stevens, als sei er mit seinem Latein am Ende. Auch viele Profis machten einen resignierten Eindruck.

Nun werden Stevens' Assistenten Alfred Schreuder und Armin Reutershahn die Mannschaft bis zum Saisonende betreuen. Sie sollen den ersten Bundesliga-Abstieg der Hoffenheimer verhindern. Im Punktspiel am Samstag in Bremen (15.30 Uhr/Live-Ticker) könnte bereits eine Vorentscheidung im Abstiegskampf fallen.

Ab der kommenden Saison übernimmt Julian Nagelsmann. Der künftige Coach hat einen Vertrag bis 2019 unterschrieben und würde im Fall des Klassenerhalts in der kommenden Spielzeit mit 28 Jahren der jüngste Trainer der Bundesliga sein.

Vor drei Jahren hatte Mehrheitseigner Dietmar Hopp in einer ähnlichen Situation Tabula rasa gemacht. Er feuerte damals "Retter" Marco Kurz und setzte Manager Andreas Müller gleich mit vor die Tür. Diesmal hat der Trainer, der zuletzt den VfB Stuttgart zweimal rettete, selbst den Schlussstrich gezogen.

(areh/sid)
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

TSG 1899 Hoffenheim: Huub Stevens tritt als Trainer zurück


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.