Mit Revolver bedroht: Türkei: Berger beendet Vertragsstreit mit Bursaspor
zuletzt aktualisiert: 27.08.2001 - 15:04Düsseldorf (rpo). Nach dem kurzen Intermezzo als Trainer beim türkischen Erstligisten Bursapor hat Jörg Berger den langwierigen Vertragsstreit beendet und ist für neue Aufgaben bereit.
"Wir hatten anschließend Probleme, bei einem Angebot aus der Bundesliga oder im bezahlten Fußball zu unterschreiben, weil der Vertrag noch lief", erklärte Berger am Montag in der "Talkshow der Tagesschau" im N3-Fernsehen. Dies sei nun mit dem Weltverband FIFA geklärt: "Ich hoffe jetzt, dass ich bald wieder im Geschäft bin."
Wie der ehemalige DDR-Trainer in der NDR-Sendung berichtete, hatte er im Oktober 2000 nach nur einem halben Jahr Aufenthalt die Türkei in einer abenteuerlichen Nacht- und Nebelaktion verlassen. Bereits nach drei Spieltagen sei die Stimmung in der anatolischen Stadt Bursa so aufgeheizt gewesen, dass er und seine Familie unter Polizeischutz gestellt werden mussten. Sein Autos und Scheiben seines Hauses seien demoliert sowie die Handys gesperrt worden.
"Es war am Ende so, dass man versucht hat, die deutschen Spieler und auch mich zu beeinflussen, das Land zu verlassen und damit den Vertrag zu brechen", erzählte Berger. Eskaliert ist der Konflikt mit den Verantwortlichen des Vereins auf einer letzten entscheidenden Sitzung. Da habe einer von 20 Vorstandsmitgliedern einen Revolver auf den Tisch geworfen und gesagt, "wir sind alle in Lebensgefahr". Berger: "Also, dass war dann schon Psychoterror. Und deshalb sage ich heute mit ein bisschen Distanz, es war klüger, das Land zu verlassen."
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