Im Finale gegen ZSKA Moskau: Lissabon mit Last-Minute-Tor ins Finale
zuletzt aktualisiert: 06.05.2005 - 13:20Moskau (rpo). ZSKA Moskau und Sporting Lissabon stehen sich am 18. Mai in Lissabon im Estadio Jose Alvalade im Uefa-Cup-Endspiel gegenüber. Moskau besiegte den FC Parma souverän mit 3:0, während Sporting Lissabon in einem Verlängerungs-Krimi trotz 2:3-Niederlage den Finaleinzug feierte.
Ein Tor in der Nachspielzeit der Verlängerung sorgt in Portugal für die größte Party seit der EM im vergangenen Jahr und in den Niederlanden für riesigen Fußball-Frust. Abwehrspieler Miguel Garcia köpfte in der 122. Minute das "goldene" Tor für Sporting Lissabon zum 2:3 (1:2, 1:1)-Endstand im dramatischen Uefa-Cup-Halbfinale beim AZ Alkmaar und sicherte dem 22-maligen portugiesischen Meister nach dem 2:1-Sieg im Hinspiel den Einzug ins Finale am 18. Mai im heimischen Estadio Jose Alvalade. Den "Oranjes" gab dagegen der zweite K.o. durch ein Last-Minute-Tor innerhalb von 24 Stunden nach dem bitteren Champions-League-Aus des PSV Eindhoven gegen den AC Mailand am Mittwoch den Rest.
Sportings Gast zum "Showdown im Wohnzimmer" ist ZSKA Moskau nach einem 3:0-Sieg gegen den FC Parma (Hinspiel 0:0) - wenn nicht die Europäische Fußball-Union (Uefa) noch anders entscheidet. Denn in der 20. Minute war Parma-Torwart Lucca Bucci von einem Feuerwerkskörper aus der ZSKA-Fankurve getroffen worden und musste kurze Zeit später ausgewechselt werden. Die Italiener legten offiziell Protest gegen die Spielwertung ein. Die Uefa will zunächst die Berichte der Offiziellen aus Moskau abwarten.
In Portugal jubelten sie dagegen ohne Vorbehalt. "Die Endspielparty hat begonnen", schrieb die Tageszeitung Diario de Noticias. Tausende Sporting-Fans feierten auf den Straßen von Lissabon den zweiten Einzug der "Löwen" in ein europäisches Finale nach 1964 bis in die Morgenstunden. "Wir haben immer an uns geglaubt. Der Gedanke an ein Finale in unserem Stadion hat uns vorangetrieben", meinte Trainer Jose Peseiro nach dem denkwürdigen Spiel im Stadion Alkmaarderhout: "Wir haben zwar noch nichts gewonnen, aber der Finaleinzug ist das Highlight meiner Karriere."
AZ-Trainer Co Adriaanse sprach derweil von einem "traumatischen Ereignis" und zog einen Vergleich zum verlorenen WM-Finale 1974 gegen Deutschland: "Das alles werde ich nie vergessen und mit ins Grab nehmen. So müssen sich Spieler und Betreuer nach dem WM-Drama 1974 gefühlt haben."
Sporting-Torjäger Liedson hatte in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit die AZ-Führung durch Kenneth Perez (6.) ausgeglichen. Das 2:1 durch Stein Huysegems (79.) machte die Verlängerung notwendig. Nach dem 3:1 durch Kew Jaliens (109.) riss Miguel Garcia die Nordholländer mit seinem Kopfball-Tor aus allen Träumen.
Weniger dramatisch ging es in Moskau zu, wo ZSKA vor den Augen von Mit-Eigentümer Roman Abramowitsch nach Toren des Brasilianers Daniel Carvalho (9., 53.) und Wassili Beresutski (60.) Parma nicht den Hauch einer Chance ließ. Doch der Abschuss eines Feuerwerkskörpers, der neben Bucci explodierte und den Keeper einige Minuten später zum Verlassen des Platzes zwang, könnte den ersten Einzug eines russischen Teams in ein europäisches Finale seit 33 Jahren noch zunichte machen.
"Der Vorfall ist genauso zu bewerten wie der beim Champions-League-Derby in Mailand", sagte Parma-Geschäftsführer Luca Baraldi. Am 12. April war Torwart Dida vom AC Mailand im Viertelfinal-Rückspiel der Champions League gegen Inter von einem Feuerwerkskörper an der Schulter getroffen worden. Der deutsche Referee Markus Merk hatte die Partie abgebrochen, nachdem weitere Leuchtraketen auf den Platz geschossen worden waren. Die Uefa wertete die Partie mit 0:3 gegen Inter, das zumindest die nächsten vier Europacup-Heimspiele vor leeren Rängen austragen muss.
Parma strebt mit seinem Protest zumindest ein Wiederholungsspiel an, auch wenn diese Forderung angesichts der seit Wochen fehlenden Wertschätzung der Italiener für den Uefa-Cup fast paradox klingt. Weil der Klub in der Serie A mitten im Abstiegskampf steckt, schonte Trainer Pietro Carmignani wie schon in den Uefa-Cup-Spielen zuvor ein halbes Dutzend seiner Stammspieler.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







