Schalke tritt gegen Basel an: Rangnick hat im Sturm die Wahl
zuletzt aktualisiert: 20.10.2004 - 13:51Gelsenkirchen (rpo). Der Name klingt nach einer Figur aus dem Überraschungs-Ei: "Toni Torlos" wird Ailton von den Schalke-Fans inzwischen genannt, weil er in der Bundesliga zuletzt mehrfach an Ladehemmung litt. Ob er im Uefa-Cup-Duell der Gelsenkirchener gegen den FC Baselantritt, ist deshalb bisher noch unklar.
Der "Professor" grübelt noch über sein Luxusproblem. Vor dem Auftakt von Schalke 04 in der Gruppenphase am Donnerstag (20.30 Uhr/live in der ARD) hat Trainer Ralf Rangnick im Sturm wieder die Qual der Wahl. Ob er Ailton auf die Bank setzt oder erneut drei Spitzen aufbietet, ließ der 46-Jährige noch offen: "Wir werden die Mannschaft aufs Feld schicken, die das Spiel gewinnen kann."
Beim 1:0-Sieg am vergangenen Samstag bei Bayern München glückte das Experiment mit der Dreierlösung Ailton, Ebbe Sand und Gerald Asamoah im Angriff - obwohl der Brasilianer eher magere Fußball-Kost bot. "Er ist noch nicht in der Form, die wir von ihm erwarten", sagte Rangnick und nahm sich selbst in die Pflicht: "Wir müssen ihn an die Form heranführen, die er letztes Jahr hatte."
Denn dass die Königsblauen trotz des derzeit überragenden Asamoah und des wieder treffsicheren Sand den Bundesliga-Torschützenkönig der Vorsaison benötigen, weiß auch Rangnick. Mit dem Brasilianer in Bestform böten sich hervorragende Perspektiven: "Wir haben mit einem nicht so starken Ailton in München gewonnen. Was soll erst passieren, wenn Ailton in Topform ist?"
Ausrutscher sind nicht erlaubt
Gegen den zehnmaligen Schweizer Meister und aktuellen Tabellenführer ist Rangnicks Sturmproblem sogar noch etwas luxuriöser als im Münchner Olympiastadion. Denn der Brasilianer Lincoln, der hinter den Spitzen spielen und seinem Landsmann Ailton die "tödlichen Pässe" liefern soll, steht nach seiner Gelb-Rot-Sperre in der Bundesliga auch wieder zur Verfügung - und wäre der vierte ganz offensive Spieler im Team.
Auch wenn das Personalpuzzle noch nicht richtig zusammengesetzt ist, das Ziel im 72. Europapokalspiel des letzten deutschen Uefa-Cup-Siegers ist für Rangnick klar: "Ein Heimsieg zum Auftakt wäre extrem wichtig. Denn wir haben die stärkste aller Gruppen erwischt, da darf man sich keinen Ausrutscher erlauben."
Das Duell mit Basel ist für Manager Rudi Assauer auch das Wiedersehen mit einem Beinahe-Trainer der Königsblauen. Der frühere Bundesliga-Profi Christian Gross verhandelte im Sommer 2003 mit den Schalkern, sagte dann aber schnell ab, weil "das Gespräch in die Öffentlichkeit geraten war", so Assauer. Gross' Vertrag in Basel wurde prompt aufgestockt. Als im September ein Nachfolger für Jupp Heynckes gesucht wurde, ließ sich der Baseler Meistermacher wieder ins Gespräch bringen. "Ich werde ihm guten Tag sagen, dann ist es in Ordnung", sagte Assauer.
Gross hat andere Probleme: Nationalspieler und Kapitän Murat Yakin fehlt wegen einer muskulären Entzündung im Oberschenkel ebenso wie der an Gelbsucht erkrankte Mittelfeldspieler Ivan Ergic.
Die voraussichtlichen Mannschaftsaufstellungen:
Schalke: Rost - Oude Kamphuis, Bordon, Krstajic, Pander - Asamoah, Poulsen, Kobiaschwili - Lincoln (Altintop) - Sand, Ailton
Basel: Zuberbühler - Philipp Degen, Zwyssig, Smiljanovic, Kleber - David Degen (Sterjovski), Huggel, Chipperfield - Rossi - Petric, Gimenez
Schiedsrichter: Johan Verbist (Belgien)
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