Uefa-Cup-Finale in Manchester: Schwere Randale überschattet Zenit-Sieg
zuletzt aktualisiert: 15.05.2008 - 08:45Manchester (RPO). Gewaltsame Zusammenstöße zwischen der englischen Polizei und schottischen Anhängern haben das Uefa-Cup-Finale zwischen Zenit St. Petersburg und den Glasgow Rangers (2:0) überschattet. Dabei wurde auch ein russischer Fan in der Nähe des Stadions niedergestochen.
Von geschätzten 200.000 Glasgow-Fans, die sich in der Stadt befanden, hatten sich etwa 20.000 in den Piccadilly-Gärten in der Nähe der Innenstadt eingefunden, um das restlos ausverkaufte Spiel auf einer Großbildleinwand zu verfolgen. Allerdings blieb der Bildschirm schwarz, ein technischer Deffekt verhinderte 15 Minuten vor Anpfiff die Ausstrahlung.
Wie die BBC berichtet, wurden daher Busse organisiert, um die Fans in den Velodrome als Ausweichmöglichkeit zu transportieren, der sich nur einige Yards vom Stadion City of Manchester entfernt befindet.
Tausende von aufgebrachten Fans begannen darauf hin, die Polizei zu beleidigen und mit Flaschen zu bewerfen. Diese zog sich vorerst zurück und bestellte Verstärkung. Etwa 60 mit Schlagstock und Schild ausgestatteten Polizisten gelang es, die Menge wieder in die Gärten zurück zu drängen. Zu den 1500 Beamten, die ohnehin für die Veranstaltung abgestellt worden waren, mussten 300 zusätzliche Einsatzkräfte hinzugezogen werden.
Obwohl die Polizisten bei den anschließenden, teilweise wilden Straßenschlachten mitunter heftig attackiert wurde, blieben sie nach Angaben eines Sprechers weitgehend unverletzt, unter den Fans gab es einige Leichtverletzte. 42 Personen wurden dabei festgenommen.
Darunter sollen sich auch sechs Schotten befinden, die mit einer Messerattacke auf einen Zenit-Fan vor dem Match in der Nähe des Stadions in Verbindung gebracht werden. Er wurde von hinten niedergestochen, befand sich aber gestern abend bereits außer Lebensgefahr.
In der Innenstadt wurden zudem mehrere Autos umgeworfen und Bushaltestellen verwüstet. Einige Rangers-Fans sahen fassungslos zu, wie sich Anhänger ihres Teams aus Frust über den Ausfall des Bildschirms teilweise gegenseitig angingen.
Die Polizeisprecher betonten aber, dass nur eine Minderheit der Fans gewaltsam vorging. Überwiegend hätten schottische und russische Fans in der Stadt friedlich miteinander gefeiert. Vor dem Ausfall der Großbildleinwand, dem Auslöser für die Unruhen, waren nur acht Fans unter Arrest gestellt worden. Mehrere Pubs berichteten, ihnen sei das Bier ausgegangen.
Auch die örtlichen Notdienste und Krankenhäuser hatten alle Hände voll zu tun. Bei den meisten "Patienten", die versorgt werden mussten, handelte es sich meist um in Auseinandersetzungen mit der Polizei Verletzte oder schwer Betrunkene.
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