Ujpest Budapest - VfB Stuttgart 1:3 (0:2): Uefa-Cup: Stuttgart bezwingt ruppige Budapester
zuletzt aktualisiert: 17.09.2004 - 09:56Budapest (rpo). Der VfB Stuttgart kann derzeit anstellen, was er will - er gewinnt. Nach dem sehr guten Start in die Bundesliga-Saison gewann der Tabellenführer auch das Uefa-Cup-Hinspiel der ersten Runde beim 20-maligen ungarischen Meister Ujpest Budapest 3:1 (2:0). Cacau (15. und 90.) und Nationalstürmer Kevin Kuranyi (20.) erzielten die Treffer für die in dieser Saison weiter ungeschlagenen Schwaben. Gabor Nagy (63.) markierte für Ujpest den Ehrentreffer.
In zwei Wochen kann der VfB beim Rückspiel im Gottlieb-Daimler-Stadion den Einzug in die Gruppenphase perfekt machen und sich einen warmen Geldregen von rund fünf Millionen Euro sichern. Einziger Wermutstropfen: Nach 56 Minuten musste Kuranyi nach einem rüden Foul von Nagy ausgewechselt werden, der Mittelstürmer erhielt nach einer Sprunggelenkverletzung schmerzstillende Spritzen und musste zum Röntgen ins Krankenhaus eingeliefert werden.
"Der Preis für diesen Sieg ist wegen der Verletzung zu hoch. Wie die Ungarn eingestiegen sind, das war unter aller Sau. So darf man sich nicht präsentieren", sagte Stuttgarts Trainer Matthias Sammer sehr erregt. "Budapest hat uns das Spiel sehr schwer gemacht. Wir müssen aufpassen", meinte Cacau. "Ich war nicht enttäuscht, dass ich zunächst auf der Ersatzbank sitzen musste. Wir hätten noch ein, zwei Dinger mehr machen können", meinte der eingewechselte ungarische Nationalspieler Imre Szabics.
"Welten zwischen Ujpest und dem VfB"
Die Stuttgarter dominierten zunächst das Spiel. Ungarns Nationalcoach Lothar Matthäus, der als Beobachter unter den rund 9.000 Zuschauern im Megyeri-uti-Stadion weilte, sollte mit seiner Prognose vor dem Spiel zumindest in der ersten Halbzeit Recht behalten: "Normalerweise liegen Welten zwischen Ujpest und dem VfB."
Vor allem Kuranyi war von Budapests Abwehrspielern nicht in den Griff zu bekommen. Zunächst bereitete er das 1:0 durch Cacau mustergültig vor. Fünf Minuten später markierte der 22-Jährige mit seinem achten Tor im 17. Europacupspiel selbst das 2:0.
Der VfB musste bereits kurz vor dem Anpfiff eine Hiobsbotschaft verkraften. Stammtorhüter Timo Hildebrand verzichtete nach dem Aufwärmen wegen Rückenbeschwerden auf einen Einsatz. Für den 25-Jährigen rückte Ersatzkeeper Dirk Heinen zwischen die Pfosten, der in der ersten Halbzeit allerdings nicht einmal ernsthaft geprüft wurde.
Ansonsten vertraute VfB-Trainer Matthias Sammer der gleichen Startelf, die in der Bundesliga am vergangenen Samstag mit 2:0 gegen den Hamburger SV gewonnen hatte. Cacau bekam im Angriff den Vorzug vor Szabics und bedankte sich mit dem Treffer zum 1:0.
Nach dem Seitenwechsel schalteten die Stuttgarter einen Gang zurück, gerieten deshalb phasenweise unter Druck und wurden durch den Gegentreffer von Nagy bestraft. Zuvor hatte Innenverteidiger Martin Stranzl (50.) gegen den einschussbereiten Peter Rajczi gerettet. Eine Minute später köpfte Zolton Tamasi an den Pfosten. In der 84. Minute scheiterte der eingewechselte Robert Feczesin erneut am Pfosten.
Bestnoten beim VfB verdienten sich Cacau, Kuranyi und Alexander Hleb. Bei Ujpest gefielen Torhüter Geza Vlaszak und Rajczi.
STIMMEN ZUM SPIEL:
Trainer Matthias Sammer (VfB Stuttgart): "Wir müssten nun eigentlich in der Lage sein, in die Gruppenphase einzuziehen. Aber wir müssen im Rückspiel noch einmal aufpassen. Der Preis, den wir für den Sieg bezahlt haben, ist durch die Verletzung von Kevin Kuranyi zu hoch. Wie die Ungarn zur Sache gegangen sind, war unter aller Sau."
Cacau (VfB Stuttgart): "Nach der 2:0-Führung haben wir nachgelassen. Wir konnten froh sein, dass wir nicht noch das zweite Gegentor kassiert haben. Dass ich kurz vor Schluss nochmal getroffen habe, war deshalb umso wichtiger.
STATISTIK ZUM SPIEL:
Budapest: Vlaszak - Grosz, Tamasi, Nagy, Gaal - Eros, Farkas - Simek, Bükszegi (62. Feczesin), Toth (72. Polonkai) - Rajczi (79. Köhalmi)
Stuttgart: Heinen - Hinkel, Stranzl, Babbel (88. Delpierre), Lahm - Soldo - Meißner, Hleb, Heldt (76. Tiffert) - Kuranyi (57. Szabics), Cacau
Schiedsrichter: Peter Vink (Niederlande)
Tore: 0:1 Cacau (25.), 0:2 Kuranyi (30.), 1:2 Nagy (63.), 1:3 Cacau (90.)
Zuschauer: 9.000
Beste Spieler: Kuranyi, Hleb - Vlaszak, Rajczi
Gelbe Karten: Cacau - Tamasi
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