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Ehemaliger DFB-Präsident
"Peinlicher" Zwanziger sagt Teilnahme am Uefa-Kongress ab

Fotos: DFB-Präsident, Gladbach-Sympathisant, Sportfunktionär
Fotos: DFB-Präsident, Gladbach-Sympathisant, Sportfunktionär FOTO: AFP
Wien. Der frühere DFB-Präsident Theo Zwanziger wird nicht am Kongress der Europäischen Fußball-Union am Dienstag in Wien teilnehmen.

Das erfuhr die dpa aus Uefa-Kreisen. Eine Begründung für die erneute Absage des Funktionärs für eine wichtige Uefa-Sitzung gab es zunächst nicht. Der Wien-Kongress ist die offizielle Verabschiedung Zwanzigers von der Uefa, als deren Gesandter er seit 2011 im Fifa-Exekutivkomitee saß.

Der frühere DFB-Vorsitzende hat sich in den vergangenen Monaten immer mehr von den deutschen und europäischen Funktionärszirkeln distanziert. Stattdessen gilt Zwanziger als Vertrauter von Fifa-Präsident Joseph Blatter, den er am Freitag für dessen aus seiner Sicht große Leistung im Fifa-Demokratisierungsprozess gelobt hatte. Für Zwanziger wird DFB-Präsident Wolfgang Niersbach am Dienstag als Uefa-Vertreter in die Fifa-Exekutive gewählt.

Der frühere DFB-Boss reagierte mit Unverständnis. "Die Vorwürfe sind absolut nicht gerechtfertigt", sagte Zwanziger bei Spiegel Online: "Ich wundere mich ein bisschen, dass die Uefa-Funktionäre nichts Wichtigeres zu tun haben."

Zwanziger, vor vier Jahren vom Uefa-Kongress ins Fifa-Exko gewählt, habe in den vergangene beiden Jahren "an keiner unserer Sitzungen teilgenommen", berichtete Infantino: "Wenn man über Good Governance und Demokratie spricht, sollte man auch teilnehmen und Entscheidungen akzeptieren."

Auch dies, so konterte Zwanziger, entbehre jeder Grundlage. Er habe sich strikt an die Regeln des Kontinentalverbands gehalten, die Interessenskollisionen verbieten. Da er im Auftrag der Fifa Reformen bei der Uefa durchsetzen sollte, habe er nicht gleichzeitig an deren Sitzungen teilnehmen können. Damit habe er freiwillig auf Entschädigungen verzichtet. "Anderen sind diese Regeln offensichtlich egal", sagte Zwanziger.

(dpa/sid)
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