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Financial Fair Play
Uefa präsentiert Erfolgszahlen und lockt mit Selbstanzeige

Diese Vereine wurden von der Uefa gesperrt
Diese Vereine wurden von der Uefa gesperrt FOTO: dpa, Laurent Gillieron
Die Uefa präsentiert das Financial Fair Play mit beeindruckenden Zahlen als Erfolgsmodell. Die Regularien wurden nun verfeinert, um noch mehr Transparenz, mehr Wettbewerb und Investitionen zu fördern. Und das unter anderem mit einer Selbstanzeige.

Europas Fußball-Dachverband sieht sich mit der Einführung des nicht unumstrittenen Financial Fair Play (FFP) auf ganzer Linie bestätigt. Die Zahlen, die die Europäische Fußball-Union (Uefa) beim Exekutivmeeting in Prag präsentierte, stützen dies: Allein der Gesamtschuldenberg schrumpfte seit der Einführung des Programms 2011 von 1,67 Milliarden Euro um mehr als 70 Prozent auf 487 Millionen Euro 2014.

Uefa-Boss Michel Platini und seine Funktionärs-Kollegen wollen mit einem überarbeiteten Reglement nun für noch mehr Transparenz, mehr Wettbewerb und Chancengleichheit sorgen. Kernstück ist das Voluntary Agreement (VA), das einer Selbstanzeige im deutschen Steuerrecht gleichkommt. Zusammen mit anderen Anpassungen soll diese Maßnahme sogar für Entlastung und Wachstum sorgen. 

"Das übergeordnete Ziel des finanziellen Fairplays bleibt unverändert, und wir gehen von einer Zeit der Sparpolitik in eine Zeit über, in der wir mehr Möglichkeiten für nachhaltiges Wachstum und Entwicklung bieten können", erklärte Platini in einem Statement. Das exzessive Finanzgebaren im europäischen Fußball hat die Uefa 2009 zu Einführung des FFP veranlasst. 2012 griff erstmals die Break-Even-Regel (BE), nach der Vereine nicht mehr über ihre Verhältnisse leben dürfen .

Karl-Heinz Rummenigge hat die Einführung des Financial Fair Play begrüßt und alle Vereine zur Unterstützung des neuen Reglements aufgerufen. "Die Regeln zum finanziellen Fairplay sind ein sehr wichtiges Instrument für Klubs, um ihre wirtschaftliche Situation zu kontrollieren", sagte der Vorsitzende der Europäischen Club-Vereinigung. Die ECA appellierte an die Klubs, "das System des finanziellen Fairplays weiterhin zu unterstützen und innerhalb des Rahmens der neuen Vorschriften zu wirtschaften".

Bis heute stehen 24 Vereine in Europa nach einem Verstoß gegen das Financial Fair Play unter Beobachtung der Uefa und dürfen nicht mehr ausgeben, als sie einnehmen. Ihnen wurde ein sogenanntes Settlement Agreement aufgezwungen verbunden mit finanziellen Sanktionen. Mitte Mai wurden die größten Sünder, Manchester City und Paris St. Germain, die aus Abu Dhabi beziehungsweise Katar mit märchenhaften Summen finanziert werden, wegen Verstößen mit einer Rekordstrafe von jeweils 60 Millionen Euro belegt. 

Diese Strafen fallen weg, wenn man sich freiwillig meldet. Und der Club hat nicht nur drei Jahre Zeit, eine schwarze Null zu schreiben, sondern vier. Zudem darf der Club im von der Uefa abgesegneten Businessplan auch ein Defizit einkalkulieren, wenn der Haushalt am Ende wieder ausgeglichen ist.

Kritiker halten der Uefa vor, dass das Financial Fair Play Wachstum verhindere und Investoren abschrecke. Ein Spielerberater klagt zudem vor dem Europäischen Gerichtshof, weil FFP gegen das Wettbewerbsrecht verstoße. "'Wenn ich investiere, verstoße ich gegen die Regeln'. Das ist das Argument, was uns vorgehalten wird", erklärte Uefa-Generalsekretär Gianni Infantino. "Wir sind aber überzeugt davon, dass mit diesen neuen Regeln Investoren ermutigt werden, sich im europäischen Fußball zu engagieren."

Infantino nennt gern das Beispiel Borussia Dortmund. Der BVB entging 2005 der Zahlungsunfähigkeit. Der Stand der Verbindlichkeiten lag bei 122 Millionen Euro, nach dem Stadionrückkauf gar bei 180 Millionen. Im November 2014 meldete der einzige deutsche börsennotierte Klub, schuldenfrei zu sein.

(dpa)
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