TM3: Kein Antrag auf Verkauf der Champions League: Uefa-Präsident Johansson weiß von nichts
zuletzt aktualisiert: 28.01.2000Leipzig (sid). Der Champions-League-Sender TM3 hat bei der Europäischen Fußballunion Uefa noch keinen Antrag gestellt, die Ausstrahlungsrechte an der "Königsklasse" in der kommenden Saison an den Pay-TV-Kanal Premiere World und RTL weiterreichen zu dürfen. Das berichtete Uefa-Präsident Lennart Johansson am Rande der 100-Jahr-Feier des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) in Leipzig. Johansson: "Ich erfahre aus der Presse, dass diese Rechte weiterverkauft sein sollen. Unser Vertragspartner ist TM3, und dieser Sender hat einen entsprechenden Antrag nicht gestellt. Außerdem gab es vor einem Jahr gute Gründe, weshalb wir uns für TM3 und gegen andere Anbieter entschieden haben."
Vor Jahresfrist war RTL, dass die Rechte für das Bezahlfernsehen dann an Premiere weiterverkaufen wollte, nicht bereit, die geforderten 200 Millionen Mark für die 33 Fernsehtage zu bezahlen. TM3 hatte hingegen überraschend rund 850 Millionen Mark für einen Vier-Jahres-Vertrag auf den Tisch geblättert. Damit sicherte sich der australische Medien-Tycoon Rupert Murdoch den Einstieg in den deutschen Markt, da ihm zwei Drittel des ehemaligen Frauensenders gehören.
Inzwischen aber haben sich die Geeschäftsintereessen von Murdoch geändert. Er hat mit seinem früheren Gegner Leo Kirch eine Allianz im Bezahlfernsehen gebildet und möchte jetzt die Dienstag-Spiele der Champions League zu Premiere World verschieben. Von RTL-Eigentümer CLT/Ufa hat er sich zudem seine Anteile am Fernsehsender Vox abkaufen lassen, musste dafür aber offensichtlich versprechen, die Mittwoch-Spiele der Champions League an den früheren CL-Sender RTL weiterzureichen. Dabei hat allerdings neben Minderheitsgesellschafter Herbert Kloiber auch die Uefa ein Veto-Recht.
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