2. Bundesliga 16/17 2. Bundesliga
| 13.56 Uhr

Trainerwechsel in der 2. Bundesliga
Düwel bei Union gefeuert – kommt jetzt Lewandowski?

Bilder aus der Karriere von Sascha Lewandowski
Bilder aus der Karriere von Sascha Lewandowski FOTO: dpa, pse fdt
Berlin. Union Berlin hat überraschend früh seinen Trainer Norbert Düwel entlassen. Die sportliche Bilanz war zu mager. Holger Stanislawski ist als Nachfolger ebenso im Gespräch wie Sascha Lewandowski.

Kein Sieg in fünf Spielen, nur Platz 14 in der Tabelle: Union Berlin hat auf den Fehlstart in der 2. Liga reagiert und seinen Trainer Norbert Düwel entlassen. Als Nachfolger wird unter anderem auch Holger Stanislawski gehandelt, der bereits bei Düwels Verpflichtung im Mai 2014 im Gespräch gewesen war.

Die Bild-Zeitung brachte am Montagabend zudem den ehemaligen Leverkusener Bundesligatrainer Sascha Lewandowski ins Spiel. Der hat allerdings noch einen Vertrag bei Bayer als Nachwuchs-Cheftrainer. Auf Anfrage unserer Redaktion erklärte Geschäftsführer Michael Schade, er wisse von nichts. Als er mit Lewandowski am Montag noch zusammengesessen habe, sei ein Interesse aus Berlin kein Thema gewesen.

Unions Präsident Dirk Zingler bedankte sich bei Düwel, der noch Vertrag bis 2017 hatte. Düwel habe mit "Mut und Konsequenz" vieles von dem umgesetzt, was sich der Klub versprochen hatte. Er sei auch vor schwierigen Entscheidungen nicht zurückgeschreckt.

"Wir sind jedoch überzeugt davon, dass ein Wechsel auf der Trainerposition notwendig ist, um unsere Ziele zu erreichen", so Zingler. Schon länger gibt man sich bei Union mit einem Platz im Nirgendwo der 2. Liga nicht mehr zufrieden. Das Ziel lautet Aufstieg. Zingler hatte im Sommer das Perspektivziel ausgegeben, der Klub müsse unter die Top-20 in Deutschland kommen.

Von der Aufstiegsregion des Unterhauses sind die Köpenicker derzeit jedoch weit entfernt. In den Liga-Spielen sprang auch gegen die Tabellen-Kellerkinder 1860 München (0:0) und Fortuna Düsseldorf (1:1) kein Dreier heraus. Beim 1:1 am vergangenen Freitag gegen RB Leipzig gab man erneut den Sieg aus der Hand. Im DFB-Pokal blamierte sich die Düwel-Elf mit dem 1:2 bei Regionalligist Viktoria Köln.

Mit Zinglers Hinweis, dass Düwel vor schwierigen Entscheidungen nicht zurückgeschreckt habe, dürfte auch die Trennung von Klub-Ikone Torsten Mattuschka gemeint sein. Gleich zu Beginn seiner Amtszeit musste Düwel den alternden Spielmacher und Publikums-Liebling zu Energie Cottbus abschieben und zog sich den Ärger vieler Union-Fans zu.

Die Probleme rissen nicht ab. Nach einer bitteren 1:4-Heimpleite gegen 1860 München im vergangenen Oktober stand der Coach schon vor dem Aus. Ungeschickterweise zeigte Düwel am Rande des Spiels einigen Union-Fans auf der Haupttribüne den Mittelfinger und schwächte damit seine Position enorm. Später zeigte er Reue und sagte: "Ich würde es gerne ungeschehen machen."

Der mögliche Düwel-Nachfolger Stanislawski signalisierte bereits Interesse, in den Profi-Fußball zurückzukehren. Seit vergangenem Jahr verdient "Stani" sein Geld als Leiter eines Supermarktes und ZDF-Experte. "Wenn etwas kommt, das zu mir passt, dann würde ich mir das unabhängig von der Ligazugehörigkeit sicherlich gerne anhören", hatte der ehemalige Coach von 1899 Hoffenheim, des 1. FC Köln und FC St. Pauli Mitte Juni gesagt.

Bis die neue Lösung präsentiert wird, leiten die Co-Trainer Andre Hofschneider und Sebastian Bönig das Training bei den Eisernen. Die Entscheidung über die Neubesetzung des Cheftrainerpostens soll in den kommenden Tagen bekannt gegeben werden, teilte Union auf seiner Vereins-Homepage mit.

(sid)
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