"Sache ist für uns erledigt": Union-Profis lehnen Gehaltsverzicht ab
zuletzt aktualisiert: 09.12.2002 - 14:16Berlin (rpo). Die Spieler von Union Berlin haben am Montag die Forderung des Zweitligisten abgelehnt, auf 20 Prozent ihrer Gehälter zu verzichten.
"Nach langer Diskussion war es eine einstimmige Entscheidung. Es war eine Bitte des Vereins, dieser sind wir nicht nachgekommen. Für die Mannschaft ist die Sache damit erledigt", erklärte Kapitän Steffen Menze.
Ihre kompromisslose Haltung teilten die Profis dem Verein über den Justiziar der Spielergewerkschaft VdV, Frank Rübak, per Fax mit. Einen Gegenvorschlag machten die Spieler nicht. Präsident Heiner Bertram zeigte sich tief enttäuscht: "Die Spieler haben sich nach unserer ausdrücklichen Aufforderung leider nur bereit erklärt, dass sie nichts sagen wollen. Das ist eine sehr merkwürdige Situation. Wir hatten als Verein auch mal auf das Verständnis der Angestellten gehofft. Aber das war offenbar eine Illusion. Stattdessen haben wir es jetzt mit einem Anwalt zu tun."
Am Dienstag will nun der Präsident Kontakt zum VdV-Justiziar aufnehmen und danach Einzelgespräche mit den Spielern führen. "Wir haben keinen Flächentarifvertrag, werden also jeden Fall einzeln behandeln. Aber wir bleiben bei unserer Forderung nach 20 Prozent Gehaltsverzicht", sagte Bertram. Die Sache solle noch in dieser Woche zu Ende gebracht werden.
Am Montag hatten sich die Spieler einen "Maulkorb" verpasst und sich bis auf Menze nach dem Training nicht über Details ihrer Ansichten geäußert. Tags zuvor aber hatte sich Stürmer Steffen Baumgart nach dem 2:1-Sieg in Braunschweig zum Sprecher aufgeschwungen und im DSF erklärt: "Wir sind erwachsene Menschen. Wir wollen gefragt werden und nicht, dass man über uns bestimmt. Aber wir werden uns nicht generell sperren. Wir tun alles für den Verein und hängen uns rein."
Der einzige, der zuvor öffentlich gegen den Druck der Vereinsführung rebelliert hatte, war Heiner Backhaus. Vereinschef Bertram erklärte danach, Backhaus habe "seinen Kopf nur zum Haareschneiden". Backhaus dazu in der "BZ" vom Montag: "Dieser Osterhase soll sich um seinen Scheiß kümmern und das Union-Schiff über Wasser halten. Das lasse ich mir nicht bieten". Bertram kündigte am Montag für Backhaus Konsequenzen an: "Die Äußerungen sind bezeichnend für die Situation. So einen Umgangston gab es im Verein bisher nicht."
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