Krawalle überschatten FCK-Klassenerhalt: Massenschlägerei im Fritz-Walter-Stadion
zuletzt aktualisiert: 18.05.2008 - 20:19Kaiserslautern (RPO). Nach dem Schlusspfiff brachen alle Dämme: Jubelnd stürmten die Lauterer Fans nach dem 3:0 über den 1. FC Köln den Innenraum des Fritz-Walter-Stadions - bis die Situation eskalierte. Die Fans beider Klubs lieferten sich auf dem Rasen eine Massenschlägerei.
In einer ersten Bilanz sprach die Polizei, die mit mehreren hundert Beamten im Einsatz war, von sieben leicht verletzten Zivil-Personen und drei leicht verletzten Polizisten. Festnahmen gab es keine.
Im Anschluss an das Spiel kam es im Innenraum des Stadions zu schweren Ausschreitungen zwischen Randalierern beider Lager. Die Krawallmacher lieferten sich heftige Prügeleien, die erst durch einen massiven Polizei-Einsatz beendet werden konnten.
Die beiden Gruppen waren auf dem Rasen aufeinandergetroffen, da die Pfälzer die Stadiontore öffnen mussten, um die Gesundheit der ausgelassen feiernden Fans auf den Tribünen nicht zu gefährden.
Von den Ausschreitungen im Stadion wollten sich FCK-Spieler und Verantwortliche aber nicht die Feierlaune vermiesen lassen. "Das war ein Fußball-Wunder. Irgendjemand wollte, dass es mit dem FCK weitergeht. Als dann noch das Fritz-Walter-Wetter kam, konnte es kein besseres Drehbuch geben", erklärte Klubchef Stefan Kuntz.
Josh Simpson (70.) und Marcel Ziemer (75./82.) hatten den Sieg bei dem vom Ehrenspielführer der deutschen Nationalmannschaft geliebten strömenden Regen gesichert.
Wie Kuntz war auch Trainer Milan Sasic überglücklich. "Wir haben nie aufgegeben und die Mannschaft hat am Ende gezeigt, zu was sie fähig ist", sagte der Kroate, bevor einige Profis - die am Abend in der Innnenstadt mit den Fans feierten - die Pressekonferenz unter Jubelgesängen stürmten und damit beendeten.
Der Klassenerhalt setzte den Schlusspunkt hinter eine wieder einmal chaotische Saison bei den Roten Teufeln. Der FCK hat seit dem Sommer des vergangenen Jahres drei Sportchefs (Michael Schjönberg, Klaus Toppmöller, Fritz Fuchs), einen Trainer (Kjetil Rekdal), einen Vorstandsboss (Erwin Göbel) und einen kurzfristig installierten "starken Mann" (Hans-Artur Bauckhage) verschlissen.
Der FCK ist chronisch klamm
Außerdem stand der chronisch klamme Klub, der sich mit dem Ausbau des Fritz-Walter-Stadions für die WM 2006 finanziell übernommen hatte, wie schon in den vergangenen Jahren vor dem wirtschaftlichen Aus.
Zunächst mussten Sponsoren dem Verein in der Winterpause unter die Arme greifen, um die finanziellen Lücken zu schließen. Ende April stand der FCK dann vor der Insolvenz, die nur durch einen vom Stadtrat beschlossenen Mietnachlass für das Fritz-Walter-Stadion von 3,2 auf 1,8 Millionen Euro abgewendet werden konnte.
Großen Anteil an den erfolgreichen Verhandlungen mit der Stadt hatte der zu diesem Zeitpunkt erst zwei Wochen im Amt befindliche Kuntz. Der frühere Torjäger der Pfälzer und Europameister von 1996 sorgt mit seinem Engagement wieder für geordnete Verhältnisse beim Gründungsmitglied der Bundesliga, mit dem er 1990 DFB-Pokalsieger sowie 1991 deutscher Meister wurde.
Kuntz bewirkte gemeinsam mit Rekdal-Nachfolger Sasic, der den glücklosen Norweger Rekdal Mitte Februar ersetzt hatte, auch eine sportliche Besserung in der Endphase der Saison. Für den FCK erwies es sich in dieser Phase als Vorteil, dass Kuntz und der Kroate Sasic schon bei der TuS Koblenz erfolgreich zusammengearbeitet hatten.
Wie die Zukunft des Klubs, der seit dem Titelgewinn vor zehn Jahren immer wieder von Krisen und Skandalen erschüttert wurde, aussehen wird, will Kuntz der Öffentlichkeit am Montag während einer Pressekonferenz mitteilen. Fest steht, dass die Verträge von Kuntz und Sasic unabhängig von der Liga-Zugehörigkeit weiter Gültigkeit besitzen.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







