Bundesliga-Analyse: Beim 1. FC Köln geht die Angst um
VON RICHARD BRAUNSFELD UND CHRISTIAN KURTH - zuletzt aktualisiert: 18.03.2009 - 10:04Köln (RPO). Beim 1. FC Köln geht die Angst um. Nach der bitteren Pleite im rheinischen Derby gegen Borussia Mönchengladbach (2:4) und einer bislang schwachen Rückrunde befürchten viele, dass der Fußball-Traditionsklub 1. FC Köln doch noch in den Bundesliga-Abstiegsstrudel gerät.
"Wir müssen schnellstmöglich den Ernst der Lage erkennen. Alle die, die nach dem Spiel in München gesagt haben, dass wir gerettet sind, werden jetzt eines Besseren belehrt", mahnt Trainer Christoph Daum und ergänzt: "Ich werde mich aber nicht an einem Horrorszenario beteiligen."
Die Erinnerung an den Kölner Albtraum vor elf Jahren lebt: Im Frühjahr 1998 gewann der FC 2:0 bei Meister Bayern München, es konnte eigentlich nichts mehr passieren. Am Ende folgte doch der erste Abstieg der Klubgeschichte, weil es aus den letzten fünf Spielen nur einen Zähler gab. Auch in diesem Jahr feierte der Aufsteiger eine Sensation in München (2:1), brachte ansonsten in der Rückrunde aber kaum was zustande.
Die Warnungen an das spielende Personal sind - wenn auch von Daum in leisen Tönen formuliert - unmissverständlich: "Ich will nicht genauer darauf eingehen, weil ich sonst vielleicht mehr damit zerstören würde als man danach wieder retten kann. Aber ich kann nicht Jeden tagtäglich beeinflussen, wie er sein Leben zu führen hat", erklärt der Coach und spricht damit die Einstellung, den Lebenswandel und die Disziplin innerhalb der Mannschaft an.
Die Beispiele sind etwa ein beleidigter Roda Antar, der seinen Stammplatz verlor und nach China abwanderte, oder auch der verletzte Verteidiger Pierre Wome, der die Nerven der Verantwortlichen mit seinem eigenwilligen Verhalten zuletzt arg strapazierte.
Was spricht für den Klassenerhalt?
Eines allerdings spricht deutlich für den Klassenverbleib: Derzeit beträgt der Vorsprung auf die Abstiegsplätze noch sieben Punkte. Insgesamt haben die Domstädter 29 gesammelt. 32 Punkte müssten schon genügen, da der FC alleine sieben Klubs hinter sich weiß, die sich noch jede Menge Punkte untereinander wegnehmen werden und sicher auch sonst nicht jedes Spiel gewinnen werden. Dem 1. FC Köln bleiben somit zehn Partien, um die nötigen drei, vier Zähler noch zu sammeln. Und: Der Trainer heißt Daum, nicht Lorenz-Günther Köstner.
Mit Blick auf das Restprogramm warnt FC-Präsident Wolfgang Overath: "Leverkusen, Stuttgart, Bremen, Berlin. Das wird noch schwerer als das, was bisher schon da war. Wir haben eine super Hinrunde gespielt. Aber wenn wir so weiter spielen, können wir noch in den Abstiegskampf kommen", sagt Wolfgang Overath.
Am Samstag steht zunächst das Gastspiel beim Abstiegskandidaten Energie Cottbus an. Zwar hat der FC noch fünf Heimspiele, aber der letzte von nur drei Siegen datiert vom 7. November 2008 (2:1 gegen Hannover). Dazu kommt die Abschlussschwäche, lediglich 27 Tore erzielte Köln. Nur Arminia Bielefeld, Cottbus und der Karlsruher SC sind schlechter. Und Toptorjäger Milivoje Novakovic wartet seit 423 Minuten auf ein Erfolgserlebnis.
Kölner Alptraum: Bei Abstieg kommt Podolski nicht
Am Erhalt der Klasse hängt einiges, vor allem die Rückkehr von Lukas Podolski im Sommer. Der Nationalstürmer kommt natürlich nur dann, wenn der FC erstklassig ist. Auch deswegen appelliert Torhüter Faryd Mondragon an seine Kollegen: "Wir brauchen so schnell wie möglich 35 Punkte. Da müssen wir aber alle wieder zusammenrücken."
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