Kommentar: Christoph Daum macht sich unmöglich
VON MARTIN BEILS - zuletzt aktualisiert: 03.06.2009 - 11:08Köln (RP). Der 1. FC Köln liefert ein abschreckendes Beispiel dafür, was passieren kann, wenn sich ein Bundesligaklub auf Gedeih und Verderb einer Person ausliefert. Alle die vor zweieinhalb Jahren gewarnt hatten, als sich die Vereinsspitze vor dem vermeintlichen Heilsbringer Daum in den Staub warf, bekamen Recht.
Drei Wochen vor Beginn der Saisonvorbereitung steht der sportlich zuletzt gefestigte FC ohne Trainer und augenscheinlich auch ohne Plan B da.
Rund sechs Millionen Euro an Gehaltskosten für den Unterhaltungskünstler Daum kostete es den Klub, wieder ins unterste Mittelfeld der Bundesliga zu gelangen. Das hätte der Verein billiger haben können. Dann hätte er jetzt noch ein paar Euro mehr für dringend notwendige Verstärkungen.
Die FC-Fans fühlen sich verraten. Daum steigt ja nicht zu Gunsten eines Kontrakts bei einem europäischen Eliteklub wie Chelsea oder Madrid aus. Nein, er geht zu einem Klub, der im europäischen Konzert bestenfalls eine Nebenrolle spielt.
Das Geld – für Finanzielles war Daum schon immer empfänglich – mag bei der Entscheidung eine Rolle gespielt haben. Aber auch die Gefahr, im zweiten Jahr nach dem Aufstieg mit dem FC wieder unten hinein zu rutschen und die wachsenden Erwartungen nicht erfüllen zu können.
"Messias" Daum entgeht dem Konflikt, der mit Lukas Podolski als zweitem "Gott" neben sich hätte entstehen können und drohenden Verwerfungen ob des Gehaltsgefälles in der Mannschaft.
Die Bundesliga ist Daum quitt. Die Gefahr, dass ihm noch einmal ein deutscher Erstligist aufsitzt, erscheint seit gestern gering. Wer sollte nach dem Kölner Schlussakt noch auf diesen Selbstdarsteller hereinfallen?
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