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Kommentar: Verrat! Daum lässt den 1. FC Köln im Stich

VON MARTIN BEILS - zuletzt aktualisiert: 02.06.2009 - 11:58

Köln (RP). Der 1. FC Köln hatte – ganz untypisch – wenig beizusteuern zum Unterhaltungsbetrieb Bundesliga in der vergangenen Saison. Eine solide Spielzeit ganz ohne Originelles oder Skandalöses – das gab's am Geißbockheim lange nicht mehr. Den Nachholbedarf in diesem Genre stillt nun Christoph Daum.

Der Trainer, an den sich der Klub auf Gedeih und Verderb ausgeliefert hat, macht von seiner Ausstiegsklausel Gebrauch. Man kann es Verrat nennen, was Daum mit dem Wechsel zu Fenerbahce Istanbul betreibt. Eine "Herzensangelegenheit" hatte er den FC genannt, als es ihm in den Kram passte. Und nun das.

Es wäre ja noch nachvollziehbar gewesen, wenn Daum bei einem Angebot aus Europas Beletage nicht hätte nein sagen können. Aber "Fener" ist nun alles andere als Real Madrid oder der FC Chelsea.

Die Klubführung hatte sich vor Daum in den Staub geworfen, als sie ihn vor zweieinhalb Jahren holte. Die Fans lagen ihm zu Füßen. Jetzt steht der FC vor einem Scherbenhaufen. In drei Wochen muss ein neuer Trainer mit der Vorbereitung auf eine schwierige Spielzeit beginnen. Das Jahr zwei nach einem Aufstieg ist ja immer ein besonders kniffliges.

+++ In unserem Ticker halten wir Sie über die aktuellen Ereignisse auf dem Laufenden +++


Abgang bestätigt. Die Pressemitteilung des 1. FC Köln im Wortlaut:

Christoph Daum hat am Montagabend FC-Präsident Wolfgang Overath darüber informiert, dass er die vertraglich vereinbarte Möglichkeit einer Vertragskündigung zum 30. Juni 2009 nutzten wird und den 1. FC Köln zur neuen Saison verlässt.

FC-Manager Michael Meier: „Es gab vorher keinerlei Anzeichen, dass Christoph Daum von seiner Kündigungs-Option Gebrauch machen möchte. Seine Entscheidung, den 1. FC Köln zu verlassen, kam für uns völlig überraschend. Wir bedauern seinen Entschluss – vor dem Hintergrund der geplanten langfristigen Zusammenarbeit – zutiefst, müssen ihn aber respektieren.“

FC-Präsident Wolfgang Overath: „Es tut uns sehr leid, dass Christoph Daum vom FC weggeht. Christoph hat sich im Telefonat für die gute Zusammenarbeit bedankt und betont, dass er das ihm vorliegende Angebot aufgrund der herausragenden sportlichen und finanziellen Rahmenbedingungen nicht ablehnen konnte. Wir danken ihm für seine Verdienste für den 1. FC Köln. Er hat hier sehr gute Arbeit geleistet. Er hat die Mannschaft 2006 in einer für den Club sehr schwierigen Phase in der 2. Liga übernommen und hat den FC wieder zurück in die Bundesliga geführt. Mit der sicheren Platzierung auf Tabellenplatz zwölf hat er die sportliche Entwicklung des 1. FC Köln weiter vorangetrieben. Wir wünschen Christoph viel Glück bei seiner neuen Aufgabe.“


 
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