Podolski-Transfer: Viele Gewinner, zwei Verlierer
VON CHRISTIAN KURTH - zuletzt aktualisiert: 19.01.2009 - 10:33Köln (RPO). Die Gebete im Kölner Dom wurden erhört. Lukas Podolski wechselt im Sommer von Rekordmeister Bayern München zum 1. FC Köln. Eine Stadt hat ihren Willen bekommen. Doch nicht nur in Köln ist die Freude groß.
Es gibt viele Profiteure dieses Mega-Transfers, der die Kölner rund zehn Millionen Euro gekostet hat - in etwa die Summe, die sie vor zweieinhalb Jahren den Bayern für das Stürmer-Talent abverlangt hatten.
Gewinner Lukas Podolski: Schlimmer als bei den Bayern kann es nicht mehr werden. Er saß auf der Bank, er fühlte sich nicht wohl, es gab Vorwürfe aus den eigenen Reihen (Hoeneß, Rummenigge, Klinsmann,...). Köln dagegen ist Poldis Welt. Die Fans liegen ihm zu Füßen, ein Stammplatz ist sicher. Die Position als hängender Stürmer neben Torjäger Milivoje Novakovic dürfte ihm liegen. Privat darf er sich auf die Rückkehr in den geschützten Kreis der Familie freuen.
Gewinner Michael Meier: Es spielt gar keine Rolle mehr, ob Podolski fünf, zehn oder 20 Tore pro Saison erzielt. Manager Michael Meier hat das getan, was Fans und Klub von ihm verlangt haben. Er hat den verlorenen Sohn nach harten Verhandlungen zurückgeholt. Dafür bekommt er die Höchstnote, nachdem er sich durch die Verpflichtungen von Pedro Geromel, Petit, Pierre Wome oder Miso Brecko ohnehin einen hohen Stellenwert gesichert hatte.
Gewinner Christoph Daum: In der Kölner Mannschaft stimmt es, die Qualität des Kaders ist ausgereift. Einzig in Sachen Torgefährlichkeit bestand Handlungsbedarf. Dieses Problem sollte für die kommenden Saison nun gelöst sein.
Gewinner Joachim Löw: Der Bundestrainer wird hoch erfreut sein über die Podolski-Rückkehr. Denn er hat bereits angekündigt: Wer im Verein nicht regelmäßig spielt, spielt auch nicht bei der WM 2010 in Südafrika. Podolski ist im Trikot mit dem Bundesadler immer eine Alternative, dafür muss er nicht unbedingt im Europacup spielen (was er beim Hamburger SV gekonnt hätte). Wichtig ist zunächst, dass er überhaupt spielt.
Gewinner FC-Fans: Das selbstverliebte, aber großartige Kölner Publikum bekommt nach Christoph Daum den zweiten Messias. Der Anhang in der Domstadt unterstützt das Team nicht nur im Stadion, sondern auch darüber hinaus. Die FC-Fans haben diesen Transfer mehr als alle anderen verdient.
Gewinner Bayern München: Lukas Podolski und Bayern München, diese Zweckgemeinschaft hatte nie eine Chance. Sie musste beendet werden, so früh wie möglich. Die Bayern haben den Nationalspieler gehen lassen, und das war eine kluge und richtige Entscheidung, die zudem ein wenig Bargeld in die Kasse spült.
Gewinner 1. FC Köln: Der Klub hat tief in die Tasche gegriffen. Etwa zehn Millionen Euro Ablöse, dazu ein stattliches Millionen-Gehalt für Podolski. Doch der Transfer könnte sich schnell refinanzieren. Trikot-Verkauf, neue Sponsoren oder ein garantiert immer ausverkauftes Haus werden die Einnahmeseite erhöhen.
Verlierer Bastian Schweinsteiger: Podolski guter Kumpel ist vielleicht der einzige Münchner, dem der Verlust emotional berührt. Aber Schweini und Poldi sehen sich ja regelmäßig bei der Nationalmannschaft.
Verlierer Hamburger SV: Die Hanseaten haben das lange Rennen gegen den 1. FC Köln deutlich verloren. Dabei besaßen sie einige Trümpfe wie beispielsweise die höhere gehaltsrechnung oder aber die Beinahe-Garantie, in der kommenden Saison international vertreten zu sein.
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