Der brasilianische "Kugelblitz" Ailton gehört zu den schillerndsten Gestalten, die je in der Bundesliga gespielt haben. Wir haben seine Stationen und sein Eskapaden noch einmal aufgezeigt.
Gestatten: Aílton Gonçalves da Silva, kurz Ailton. Der Brasilianer kam 1998 zu Werder Bremen, wo er zunächst große Anlaufschwierigkeiten hatte.
Unter Trainer Felix Magath war der Stürmer schon ausgemustert, erst 2000 kam der "Kugelblitz" in Fahrt, wurde Torschützenkönig und schoss Werder mit 28 Treffern 2004 zum Double-Gewinn.
Es folgte der Wechsel zum FC Schalke, wo der exzentrische Angreifer aber nie zufrieden war. Trotz seiner 14 Treffer löste er seinen Vertrag bei den Knappen nach nur einer Saison wieder auf...
...und schloss sich mit großen Ambitionen Besiktas Istanbul an. Am Bosporus überwarf sich das Sensibelchen früh mit Trainer Jean Tigana und stand auf dem Abstellgleis.
Im Winter 2005 bot sich Ailton wieder in der Bundesliga an - und der Hamburger SV erhörte seine Rufe. Mit den Fans in der Hansestadt wurde der Brasilianer nie warm, sein eher glückloses Gastspiel war nach einem halben Jahr wieder beendet.
Es folgte ein Jahr der Wanderschaft, aber weder bei Roter Stern Belgrad, noch bei Grasshopper Zürich wurde er glücklich.
Nach einem Gastspiel bei Metalurg Donezk in der Ukraine wechselte Ailton zum österreichischen Erstligisten SCR Altach. Eine weitere Station auf der Wanderschaft des Brasilianers, der jedoch kurze Zeit später ein Spiel in seiner Heimat für den unterklassigen Klub Campinense Clube absolvierte und danach in die chinesiche Liga zu Chongqing Lifan wechselte.
Bekommt er keine Anerkennung, wie in seiner Saison bei Schalke 04, dann schmollt der Torjäger und sorgt für viel Wirbel.
Auch auf Auswechslungen reagiert das Sensibelchen vom Zuckerhut wenig gelassen, da fliegt dem Trainer auch schon mal das verschwitzte Trikot vor die Füße.
Mit Pünktlichkeit und Disziplin hat es der "Torhamster" nicht so: Seinen Urlaub verlängert er gern eigenmächtig, in Bremen musste er einst auf eigene Kosten mit dem Taxi ins Trainingslager auf Norderney nachreisen.
Die deutschen Verkehrsregeln blieben für Ailton ebenso schwer erforschbar wie die Abseitsregel. "Es ist einfacher, Tore zu schießen als den deutschen Führerschein zu machen", gestand der regelmäßige Verkehrssünder ein.
In der Selecao kam der Stürmer nie zum Einsatz - da überlegte er kurzerhand, ob er nicht für die Nationalelf des Katar auflaufen soll. Die Scheichs buhlten um den Kugelblitz, Werder Bremen legte aber sei Veto ein.
Zur Kultfigur avancierte der Pferdenarr auch Dank seiner Interviews. In gebrochenem Deutsch gab er gern Einblick in sein Seelenleben und schloss gerne mit dem Satz: "Das ist Ailton!"