Im Spiel gegen Schalke: Ausraster: Kahn streckte Larsen nieder
zuletzt aktualisiert: 01.04.2007 - 11:34München (RPO). Oliver Kahn sind wieder die Nerven durchgegangen. Im Spitzenspiel gegen Schalke 04 langte der Bayern-Keeper in der 68. Minute gegen Angreifer Sören Larsen in einer Mischung aus Schlag und Ringeinlage hin. Larsen geht zu Boden, der Bayern-Keeper sieht nur Gelb.
Was war passiert? Beim Stand von 1:0 für die Bayern geht Larsen Kahn nach einer Ecke im Luftduell an. Kahn geht zu Boden springt auf und streckt den Angreifer mit einer Mischung aus rechtem Haken und Ringergriff zu Boden. Ist das der Frust über die Sperre für das Champions-League-Spiel gegen Mailand? Die Uefa hatte die Strafe wegen Kahns "ungebührlichen Verhaltens" bei der Dopingprobe ausgesprochen.
Jetzt der neue Ausraster in der Bundesliga. Die Szene wirkt nach. Die Bundesliga diskutiert. Und die Verantwortlichen von Schalke sind sauer. Manager Andreas Müller schimpft: "Das war eine ganze klare Rote Karte." Das Spiel hätte noch eine Wende nehmen können, meint der Ex-Profi. So aber verliert Schalke 0:2. Die Kritik an Schiedsrichter Heribert Fandel aber steht: "Genauso wie wir heute vielleicht nicht den Mut hatten, richtig nach vorne zu spielen, so hat heute Herr Fandel keinen Mut gehabt, Kahn vom Platz zu stellen, was absolut notwendig gewesen wäre."
Opfer Sören Larsen pflichtet Müller bei: "Das war klar Rot", sagt er. Sogar Franz Beckenbauer kann nur noch mit dem Kopf schütteln. "Ich weiß nicht, was mit ihm los ist. Das gehört nicht auf den Fußball-Platz, vielleicht zu Maske gegen Hill", sagt der Kaiser.
Trainer Ottmar Hitzfeld hingegen versucht Kahn zu schützen. "Er steht auf und umarmt dann auch den Gegenspieler Larsen. Vielleicht hat der das nicht richtig verstanden", so sein Kommentar in der Pressekonferenz. Ungläubiges Staunen unter den Journalisten. "Die Sichtweise von Ottmar ist sehr interessant", kontert Schalke-Coach Mirko Slomka die Interpretation Hitzfelds. Mit der der Bayern-Coach ziemlich alleine dasteht. Kaum einer der 69.000 Fans in der Arena zweifelte daran, dass der frühere Nationalkeeper Rot hätte sehen müssen.
Am Sonntag äußerte sich auch Kahn zu der Szene: "Es war eine Situation, in der ich einen ziemlich heftigen Schlag abbekommen habe - von hinten, von oben, von unten, von allen Seiten. Ich hatte heftige Schmerzen und habe dann überreagiert. Ich bin aber der Überzeugung, dass es kein Schlag war. Der Schiedsrichter hat es genau richtig erkannt."
Ausraster verdeckt Schalkes Misere
In der hitzigen Diskussion um "Boxer" Kahn ging das Sportliche fast unter, wogegen zumindest die Schalker nichts hatten. Zu weit weg von der Form eines Meisters war ihr Auftritt. "Wir haben die Anfangsphase völlig verschlafen, da war kein Mut und kein Herz", sagte Fabian Ernst, der nach der fünften Gelben Karte am kommenden Samstag gegen Borussia Mönchengladbach fehlen wird.
Nur drei Minuten hatten die Bayern gebraucht, um in Führung zu gehen. Nach einem Traumpass von Mark van Bommel erzielte Roy Makaay sein 13. Saisontor. In der Folge hielt Torhüter Neuer die Schalker mit nicht weniger als fünf Klasseparaden im Spiel, ehe das 2:0 von Hasan Salihamidzic (78.) die Entscheidung brachte.
"Es ist allein Glück, dass wir noch auf Platz eins stehen", sagte Slomka. Die Zukunft ist nicht gerade rosig, zumal Stürmer Peter Lövenkrands sich erneut am rechten Sprunggelenk verletzte und wahrscheinlich für den Rest der Saison ausfällt. "Aber es liegt alles noch in unseren Händen", ergänzte Slomka.
Die Bayern haben den Titel dagegen schon abgeschrieben, obwohl sie nun nur noch sechs Punkte hinter Schalke liegen. "Die Chancen für uns sind sehr klein", sagte Manager Uli Hoeneß, und Beckenbauer fügte hinzu: "Wenn wir die restlichen Spiele gewinnen sollten, haben wir vielleicht noch eine Chance. Allein, mir fehlt der Glaube. "
Der Bayern-Fokus liegt auf Rang drei. "Das Tragische ist, dass die Stuttgarter auch gewonnen haben", so Hoeneß. Dennoch gebe der Auftritt Selbstvertrauen für die kommenden Spiele - und vor allem für die Partie in Mailand. "Mit dem 2:0 ist Schalke sehr, sehr gut bedient. Es hätten auch vier oder fünf sein können", sagte der Manager.
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