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Bayer Leverkusen: "Uns muss man erst mal schlagen"

zuletzt aktualisiert: 30.07.2012

Bayer Leverkusen (RP). Am 5. Juni gab Bayer 04 die Verpflichtung von Jan-Moritz Lichte als neues Mitglied des Trainerteams bekannt. Seitdem geht der 32-jährige Sportwissenschaftler von der Öffentlichkeit weitgehend unbeachtet seiner Arbeit nach. Die RP traf Lichte im Trainingslager in der Schweiz zum Interview.

Jan-Moritz Lichte kümmert sich um die jungen Bayer-Profis.  Foto:  ksmedianet
Jan-Moritz Lichte kümmert sich um die jungen Bayer-Profis. Foto: ksmedianet

Herr Lichte, wie sind die ersten Wochen in Leverkusen für Sie gelaufen?

Jan-Moritz Lichte Sehr gut. Die Eingewöhnungszeit war sehr kurz. Alles funktioniert reibungslos und bereits jetzt auf einer beachtlichen Vertrauensbasis. Die Arbeit mit der Mannschaft ist zudem von Beginn an sehr angenehm.

Es gibt viele Gründe, warum jemand Trainer wird. Was war Ihrer?

Lichte Ich habe früh gemerkt, dass ich mich sehr gerne inhaltlich mit Fußball beschäftige. Zudem arbeite ich gerne mit Menschen zusammen. Ich habe ja auch Sportwissenschaften studiert, weil es mich interessiert. Und wenn man dann die Möglichkeit hat, in diesem Job zu arbeiten, ist das eine gute Sache.

Stand für Sie sofort fest, dass Sie die Chance, bei Bayer 04 arbeiten zu können, auf jeden Fall nutzen wollen?

Lichte Ja. Nach den guten Gesprächen mit den Verantwortlichen war für mich schnell klar, dass ich den Job sehr gerne machen würde.

Was ist Ihr konkreter Aufgabenbereich innerhalb des Leverkusener Trainerteams?

Lichte Zunächst einmal sind wir Trainer alle in die tägliche Trainingsplanung und -arbeit involviert. Wir sprechen jede Einheit gemeinsam ab. Es wird ja auch auf dem Platz deutlich, dass jeder von uns beteiligt ist...

...aber es gibt doch sicherlich eine Aufgabe, die speziell ihnen zufällt?

Lichte Meine Zusatzaufgabe besteht darin, mich ein bisschen mehr um die jungen Spieler zu kümmern. Um Spieler wie Kolja Pusch, wie Samed Yesil oder die anderen, die in den vergangenen Wochen regelmäßig bei den Profis mittrainiert haben. Zu ihnen halte ich einen engen Kontakt, genauso wie zu Ralf Minge, um einfach eine noch bessere Verbindung zwischen den Profis und der U 23 herzustellen.

Also eine Art Vertrauensperson?

Lichte Genau. Ein fester Ansprechpartner. Einer, der helfen kann, wenn die Spieler Hilfe brauchen. Und einer, der versuchen wird, sie bestmöglich zu entwickeln.

Was heißt das konkret?

Lichte Jeder, der es schafft, bei Bayer Leverkusen die Jugendmannschaften zu durchlaufen und in den Erwachsenenbereich vorzustoßen, bringt eine gewisse Qualität mit. Jedem dieser Spieler fehlt aber auch noch irgendetwas, sonst würde er ja direkt den Sprung in die erste Elf schaffen. Da gilt es, zu gucken, was wem individuell fehlt und dort mit der Arbeit anzusetzen.

Ist "Co-Trainer" eigentlich heutzutage noch die richtige Berufsbezeichnung oder greift sie zu kurz?

Lichte Ich kann mit dem Titel "Co-Trainer" sehr gut leben, halte mich aber letztlich nicht an einem Begriff auf. Ich fühle mich wie jeder andere als vollwertiges Mitglied des Trainerstabes.

Was ist in dieser Saison mit Bayer 04 möglich, mit einer jungen Mannschaft, die im Umbruch steckt?

Lichte Es ist nicht einfach, konkrete Ziele auszugeben, weil es bei jungen Mannschaften eben auch vorkommen kann, dass die Konstanz manchmal fehlt. Wie viel Potenzial wir haben, wird ja alleine schon deutlich, wenn man die einzelnen Spielernamen durchgeht. Wir haben eine hohe Qualität, und ich glaube, man muss uns erst einmal schlagen in 90 Minuten.

Stefan Klüttermann führte das Gespräch.

Quelle: RP


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