Boatengs Tritt gegen Klose: Beckenbauer bringt Klopp auf die Palme
zuletzt aktualisiert: 09.02.2009 - 07:39München (RPO). Dortmunds Trainer Jürgen Klopp ist nach der 1:3 (1:1)-Niederlage bei Rekordmeister Bayern München verbal auf Franz Beckenbauer losgegangen. Der "Kaiser" hatte Kevin-Prince Boateng für ein Foul an Doppel-Torschützen Miroslav Klose heftig kritisiert.
Das war passiert: In der Münchner Allianz-Arena waren 24 Minuten gespielt. Die Gäste aus Dortmund führten durch ein frühes Tor von Nelson Valdez 1:0. Im Anschluss drängten die Bayern auf den Ausgleich, Dortmund verbarrikadierte sich zeitweise am eigenen Strafraum.
Darum wurde es kurz vor dem Ausgleich richtig voll im Sechzehner von Roman Weidenfeller. In den turbulenten Sekunden, bevor Ze Roberto das 1:1 erzielte, stürzte Miroslav Klose, sein Gegenspieler Kevin-Prince Boateng hatte Mühe, ihm auszuweichen - und trat ihm mit dem rechten Fuß irgendwie auf den Oberschenkel.
In der gleichen Aktion lief der 21-Jährige weiter Richtung Franck Ribery, konnte den Franzosen aber an seinem Torschuss, der Ze Robertos Treffer einleitete, nicht hindern. Boateng ärgerte sich über den Ausgleich, Klose stand wieder auf.
"Das ist auf jeden Fall eine Schweinerei, denn er wollte den Klose absichtlich verletzen", schimpfte Beckenbauer in der Halbzeit bei "Premiere" über Boateng: "Er kann froh sein, wenn der DFB diese Bilder nicht sieht, sonst wird er nachträglich gesperrt. Ich weiß nicht, was in dem Kopf eines solchen Spielers vorgeht."
Die Beckenbauer-Schelte brachte anschließend Klopp auf die Palme. "Er will doch drübersteigen, da ist keine Aggressivität in seinem Gesicht", sagte der BVB-Trainer über Boateng, der aus seiner Zeit bei Hertha BSC Berlin und den Tottenham Hotspur das Image eines "Bösen Buben" mit sich herumschleppt. Der mutmaßliche Übeltäter selbst plädiert auf unschuldig. "Ich gucke auf den Ball und laufe ihm hinterher. Keine Absicht", so der Dortmunder.
Ganz anders will es Klose gesehen haben. "Ja, es war Absicht! Das habe ich im Gesicht meines Gegenspielers gesehen." Schiedsrichter Michael Kempter wiederum sah es anders. "Ich konnte keine Absicht erkennen", sagte er. "Sonst hätte ich ihm Rot gegeben. Alles andere muss das Sportgericht entscheiden."
Dortmunds Traienr Klopp ereiferte sich weiter. "Normalerweise interessiert es keinen, wenn ein Moderator etwas sagt. Aber bei Franz Beckenbauer ist das anders. Das ist unglaublich, wenn man in so einer Situation dem Jungen etwas unterstellt. Da kann es nur darum gehen, dass man Kevin irgendetwas anhängen will, weil er etwas wilder aussieht."
Da Schiedsrichter Kempter die Szene nicht geahndet hatte, könnte der DFB weitere Schritte gegen den Mittelfeldspieler einleiten.
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