Wunschelf ohne Lucio und Toni: Der neue FC Bayern
VON FRIEDHELM KÖRNER - zuletzt aktualisiert: 24.06.2009 - 08:00Düsseldorf. (RP). Die Lösung bei den Torhütern mit Butt und Rensing ist alles andere als ideal. Die Tage von Lucio in München sind möglicherweise gezählt. Pranjic kommt für den linken Flügel. Gomez und Klose bilden den ersten Sturm.
Beim Confed-Cup, im Spiel Brasiliens gegen Italien (3:0), waren sie Gegner: Verteidiger Lucio und Stürmer Luca Toni. Ob sie weiterhin gemeinsam für den FC Bayern in der Bundesliga spielen, ist fraglich. Obwohl Lucio einen Vertrag bis 2010 hat, wird darüber spekuliert, dass der Klub ihn womöglich nicht mehr halten will. Toni hat bei der Mini-WM in Südafrika keine Werbung in eigener Sache betrieben. Mit der Rolle eines Ersatzmannes hinter Mario Gomez und Miroslav Klose wird er sich kaum begnügen. Der Vizemeister verstärkt seinen Kader ähnlich umfassend wie vor zwei Jahren, als er unter anderem Toni, Klose und Franck Ribéry verpflichtete.
Tor: Die Ideallösung, Manuel Neuer von Schalke 04, haben die Bayern nicht bekommen. Deshalb gehen sie wohl wieder mit Hans-Jörg Butt (35) und dem von ihrem früheren Trainer Jürgen Klinsmann degradierten Michael Rensing (25) in die Saison – für den hochambitionierten Klub eine sehr unbefriedigende Situation.
Abwehr: Martin Demichelis (28), Daniel van Buyten (31) und Lucio (31) haben in der vergangenen Saison nicht überzeugt. Den Brasilianer könnte das den Platz im Kader kosten. Edson Braafheid (26/bisher Twente Enschede) wird bereits als Innenverteidiger gesehen, obwohl der Platz des niederländisch-surinamischen Spielers normalerweise auf der linken Außenbahn ist. Kommt der in der Demokratischen Republik Kongo geborene portugiesische Nationalspieler José Bosingwa (26) vom FC Chelsea, gilt er als Nummer eins für die Position des rechten Außenverteidigers.
Mittelfeld: Die Kernfrage ist noch nicht endgültig beantwortet: Bleibt Franck Ribéry (26)? Und: Kommt in dem Fall, dass der Franzose geht, doch Wesley Sneijder (25) für die wichtigste Kreativposition im Mittelfeld? Der neue Mann auf der linken Seite, Danijel Pranjic (27), hat 700 000 Euro der Ablösesumme von 7,7 Millionen an den SC Heerenveen freiwillig selbst gezahlt. Pranjic spielt mit Ivica Olic im kroatischen Nationalteam, ist Flanken- und Freistoßspezialist, bereitete vor einem Jahr bei der Europameisterschaft gegen Deutschland das Tor zum 1:0 vor (Endstand 2:1). Er war Wunschspieler des neuen Trainers Louis van Gaal und könnte links auch defensiv eingesetzt werden. Dann wäre ein Wechsel von Philipp Lahm auf die rechte Außenbahn möglich. Für die Position der "Sechs" im defensiven Mittelfeld kommen der Ukrainer Anatolij Timoschtschuk (30/bisher Zenit St. Petersburg) und Mark van Bommel (32) in Frage.
Angriff: Die Konkurrenz ist groß und hochkarätig. An Mario Gomez (24), für den die Bayern an den VfB Stuttgart rund 30 Millionen Euro Ablöse zahlen (oder sogar 35, wie spekuliert wird?), führt natürlich kein Weg vorbei. Als Sturmpartner drängt sich Miroslav Klose (31) auf, zumal beide auch in der Nationalelf nebeneinander spielen. Dahinter stehen Ivica Olic (29) und Toni, der den Zenit seiner Karriere anscheinend deutlich hinter sich hat.
Abschied: Tim Borowski (29) muss auf jeden Fall gehen. Christian Lell (25), Breno (19) und José Ernesto Sosa (24) haben beim Rekordmeister ebenfalls kaum noch eine Chance – Außenverteidiger Lell insbesondere dann nicht mehr, wenn der Wechsel von Bosingwa klappt. Breno wird mit AZ Alkmaar, van Gaals bisherigem Klub, in Verbindung gebracht, Borowski mit Meister VfL Wolfsburg und dem Hamburger SV.
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