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Uli Hoeneß bayern münchen panorama ap 2009
  Foto: Getty Images Europe, AP
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TV-Interview bei Günther Jauch: Hoeneß attackiert Klinsmann

VON FRIEDHELM KÖRNER - zuletzt aktualisiert: 25.05.2009 - 06:46

(RP). Der Bayern-Manager schlägt nach dem RTL-Interview des beurlaubten Trainers zurück. Für die Trennung seien am Ende nicht die Ergebnisse das Entscheidende gewesen, sagt er: Das Verhältnis zur Mannschaft "war nicht so, wie es in der Öffentlichkeit dargestellt wurde".

München. Der FC Bayern ist noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen, denn er hat das Minimalziel erreicht – die Qualifikation für die Champions League. Das Wort "versöhnlich" passt trotzdem nicht zur Stimmungslage beim Rekordmeister, zumindest nicht bei dessen Manager Uli Hoeneß. Der redete sich gestern, einen Tag nach dem 2:1-Sieg gegen den VfB Stuttgart, beim DSF-Doppelpass in Rage. Ursache seines Zorns war das Interview des beurlaubten Trainers Jürgen Klinsmann am Mittwoch bei RTL (Stern TV).

Die "Abteilung Attacke" des FC Bayern schickte Giftpfeile in Richtung Klinsmann. "Freunde, Familie und viele Leute aus dem Verein" habe es unglaublich gestört, "wie Moderator Günther Jauch Jürgen Klinsmann ohne kritisches Nachfragen eine Plattform gegeben hat, Dinge zu erzählen, die gar nicht stimmten", erklärte Hoeneß, der die RTL-Sendung selbst nicht sah. "Jürgen Klinsmann war der Trainer mit der meisten Machtfülle, die jemals ein Trainer beim FC Bayern besessen hat. Seine Wünsche sind nicht nur erfüllt, sondern übererfüllt worden. Das ist Wahnsinn, was wir gemacht haben. Jetzt davon zu reden, er hätte nicht durchsetzen können, was er wollte – da muss ich sagen: Sein einziger konkreter Vorschlag zur Verstärkung der Mannschaft war in der Winterpause die Verpflichtung von Landon Donovan. Ein Spieler, von dem Hermann Gerland sagt, der würde bei ihm nicht einmal in der zweiten Mannschaft spielen."

Info

stern.tv lädt Bayern-Manager Hoeneß ein

Nach der heftigen Kritik von Uli Hoeneß an Moderator Günther Jauch aufgrund des Interviews mit Ex-Bayern-Trainer Jürgen Klinsmann in der Sendung stern.tv am vergangenen Mittwoch wurde der Bayern-Manager zur nächsten Sendung am kommenden Mittwoch (ab 22.15 Uhr bei RTL) eingeladen. "Das ist unsere Reaktion darauf", sagte stern.tv-Chefredakteur Andreas Zaik. Er habe die Aussagen von Hoeneß gelesen, "es ist ärgerlich und unzutreffend, dass Fragen abgesprochen sind. Das ist in 20 Jahren nicht vorgekommen und wird in 20 Jahren nicht vorkommen. Günther Jauch lässt sich Fragen nicht diktieren", so Zaik.

Auch Jauch bekam sein Fett weg

Ein Riesenunterschied sei es, so Hoeneß, ob man eine Nationalmannschaft oder eine professionelle Bundesligamannschaft trainiere. Habe ein Nationaltrainer ein Problem mit einem Spieler, könne man diesen austauschen und habe "noch 150 hinten dran, die alle glücklich sind, für Deutschland spielen zu können. Im Verein geht das nicht, da muss man auch am Montag wieder mit dem Spieler zusammenarbeiten, mit dem man sich am Sonntag gezofft hat". Am Ende seien nicht die Ergebnisse das Entscheidende gewesen: "Das Verhältnis zwischen Jürgen und der Mannschaft war nicht so, wie es in der Öffentlichkeit dargestellt wurde."

Scharf attackierte Hoeneß Moderator Jauch, der Klinsmann interviewt hatte – für Bayerns Manager ein "Gefälligkeitsjournalist". Der Münchner mutmaßte, Klinsmanns Berater Roland Eitel (Hoeneß: "diese Eitel-Mischpoke") habe "die Fragen vorher aufgeschrieben, und Jauch hat sie vorgelesen. So was kennen wir ja". Als Reaktion auf diese Äußerung lud Stern TV nun Hoeneß zur Sendung übermorgen (22.15 Uhr/RTL) ein. Stern-TV-Chefredakteur Andreas Zaik: "Es ist unzutreffend, dass Fragen abgesprochen sind." Jauch lasse sich Fragen nicht diktieren.

Zu Klinsmanns Aussage, man könne "natürlich nicht glauben", dass Jupp Heynckes beim Spiel gegen Schalke (0:1) zufällig auf der Tribüne gesessen habe, wie es der Klub darstellte, versicherte Hoeneß: "Das ist lächerlich. Wenn ich bereits zu diesem Zeitpunkt vorgehabt hätte, Jupp Heynckes als Trainer zu installieren, dann sollten die Leute mich gut genug kennen, dass ich ihn dann nicht auf die Haupttribüne gesetzt hätte. Sechs Wochen vorher hatten wir dieses Wochenende mit Sören Lerby, mit den Frauen und einem Freund von mir geplant. Das war die Situation. Und ich muss ehrlich sagen: An dem Sonntag nach dem Schalke-Spiel, als Jupp Heynckes bei mir war, da habe ich zuerst Ottmar Hitzfeld angerufen, im Beisein von Jupp Heynckes. Aber der Ottmar hat es nicht gemacht."

"Der Höhepunkt war am Ende, dass Moderator Günther Jauch Klinsmann als ,Obama des deutschen Fußballs' bezeichnet hat", sagte Hoeneß und fügte hinzu: "Wenn der der Obama des deutschen Fußballs ist, dann bin ich Mutter Teresa."

Quelle: RP

 
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