Manager feuert Bayern-TV-Mitarbeiter: Uli Hoeneß rastet in Mixed-Zone aus
zuletzt aktualisiert: 19.10.2008 - 16:53Karlsruhe (RPO). Trotz des 1:0-Sieges in Karlsruhe ist Uli Hoeneß der Stress der letzten Wochen anzumerken. Denn nach der Partie rastete der Manager des Rekordmeisters FC Bayern München aus und lederte in der Mixed-Zone vor der versammelten Journalistenschar gegen einen Mitarbeiter.
"Sie sind wirklich vom FC-Bayern-TV? Sie müssen sich in der nächsten Woche einen neuen Job suchen", antwortete der dünnhäutige Manager auf die Frage des Bayern-Reporters, ob er die "Dusel-Bayern" erlebt habe.
Arbeitsrechtliche Konsequenzen hatte die Szene aber nicht. Laut Bayern-Mediendirektor Markus Hörwick sei Hoeneß zwar verärgert gewesen, habe sich aber später zu einem Interview mit dem freien Bayern-Mitarbeiter getroffen; die Angelegenheit wurde dabei ausgeräumt.
Keine arbeitsrechtlichen Konsequenzen
Dabei war die Frage des Ex-Mitarbeiters durchaus berechtigt. Außer dem ersten Tor von Nationalstürmer Klose (86.) seit dem 3. Spieltag war dem Meister, der nach drei Partien ohne Sieg wieder drei Punkte einfuhr, vor 30.500 Zuschauern im ausverkauften Wildparkstadion nicht allzuviel gelungen.
Das sah auch Präsident Franz Beckenbauer so. "Es war von beiden Seiten kein berauschendes Spiel. Es hat mich fast schon gewundert, dass die Bayern in der Endphase noch das Tor gemacht haben", erklärte der "Kaiser". Beckenbauer machte die hohe Belastung der Nationalspieler in den vergangenen Tagen für die durchwachsene Vorstellung des Titelverteidigers verantwortlich: "Die konditionelle Verfassung ließ am Ende nach und deshalb gab es viele Abspielfehler. Das späte Tor zeigt aber, dass die Moral intakt ist."
Der Erfolg konnte allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass beim Meister längst nicht alles rund lief. Symptomatisch dafür war der missglückte Salto von Klose, der bei seiner traditionellen Turneinlage nach einem Treffer auf dem Hosenboden landete.
Im Hinblick auf diese Szene konnte sich Beckenbauer einen lakonischen Seitenhieb nicht verkneifen: "Das kommt davon, wenn man so wenig Gelegenheit dazu hat."
Für Hoeneß stand dagegen nach der Partie fest, dass Klose zukünftig wieder mehr Gründe zum Jubeln haben wird. "Am Ende hatten wir ein bisschen Glück. Aber ich glaube, dass es jetzt ganz sicher aufwärts gehen wird. Das Selbstvertrauen wird mit dem Erfolg zurückkommen", sagte der Funktionär.
Ganz so zuversichtlich wie Hoeneß sah Klinsmann die Lage allerdings nicht. "Es gibt immer noch Verbesserungsmöglichkeiten", meinte der frühere Bundestrainer, der aber davon überzeugt ist, dass "wir auf dem richtigen Weg sind". Ob Klinsmann Recht behält, wird sich wohl schon am Dienstag im Champions-League-Spiel gegen den AC Florenz zeigen.
Dort kann der Trainer, der wieder auf seinen zuletzt auf die Ersatzbank verbannten Kapitän Marc van Bommel baute ("So ist Marc unangefochten und gesetzt"), wahrscheinlich auf die in Karlsruhe angeschlagen ausgewechselten Topstars Luca Toni (Rippe) und Franck Ribery (Sprunggelenk) zurückgreifen: "Wir hoffen, dass sie in Ordnung sind."
Während Klinsmann nach der Kritik der jüngsten Vergangenheit ("Wir haben gehofft, dass die zwei Wochen schnell vorbeigehen") durchatmen konnte, war KSC-Trainer Edmund Becker im Anschluss an die unntötige Pleite nach zuletzt zwei Siegen sauer: "Es ist schon ärgerlich, dass wir es nicht schaffen, bis zum Schluss konzentriert zu bleiben und immer wieder späte Gegentore bekommen."
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