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Rückkehr nach Köln: Warmer Applaus für Podolski

VON MARTIN BEILS - zuletzt aktualisiert: 01.08.2007 - 15:52

Köln (RP). Der verletzte WM-Held Lukas Podolski ist beim FC Bayern München zum Sorgenkind geworden. Gestern kehrte er mit dem deutschen Rekordmeister zu einer Stippvisite nach Köln zurück.

Lukas Podolski hatte bei seiner Rückkehr nach Köln trotz der schwierigen Situation in München seinen Spaß. Foto: AP, AP

Ingo Wolf, Nordrhein-Westfalens Innenminister, erinnerte an die besseren Tage. An die, als "Lukas Podolski ein gutes Stück dazu beigetragen hat, dass im Sommer 2006 ein Fußball-Traum wahr geworden ist".

Jetzt ist Sommer 2007, und der WM-Traum liegt ein Jahr zurück. Aus dem Helden Poldi ist ein Sorgenkind geworden. Wolf verlieh dem verletzten Profi des FC Bayern München gestern Abend mit reichlich Verzögerung die Sportehrenmedaille des Landes.

Den Trainingsanzug legte der verletzte ehemalige Publikumsliebling nicht ab, als er zurück nach Köln kam. Dorthin, von wo er vor einem Jahr ausgezogen war, die Fußballwelt zu erobern. Die Begegnung, die der Zweitligist mit 3:1 gegen das B-Team der Gäste gewann, war Teil des über zehn Millionen Euro schweren Transfers, der zu einem für alle Beteiligten traurigen Missverständnis werden könnte.

"Komm nach Hause"

"Komm nach Hause, Poldi!", stand auf einem Plakat am Oberrang, die Südtribüne feierte ihn mit Sprechchören. Die Mehrheit der 50000 Zuschauer im ausverkauften RheinEnergie-Stadion begrüßte ihn mit warmem Applaus und entließ ihn mit einem fröhlichen "Kölle, alaaf".

Ob der Geißbock aus Pappmaché, den ihm FC-Manager Michael Meier mitgab, einen Ehrenplatz in München bekommt? Podolski blieb als einziger aus dem Quartett der Münchner Stürmer, die im vergangenen Jahr intern noch heftiger kritisiert worden waren als die Abwehrspieler, beim FC Bayern.

Roy Makaay (Feyenoord Rotterdam), Claudio Pizarro (FC Chelsea) und Roque Santa Cruz (Blackburn Rovers) suchten das Weite, wohingegen "Poldi" versprach, sich durchsetzen zu wollen und Manager Uli Hoeneß ihn bei einer Anfrage von Werder Bremen als unverkäuflich bezeichnete. Doch wie will Podolski einen Stammplatz erobern?

Als Model taugt Lukas Podolski derzeit mehr denn als Fußballprofi. Er wirbt für Unterwäsche und für Schokoladenkekse. In den Anzeigen, mit denen Adidas für den Kauf eines Bayern-Trikots wirbt, geht der 22-Jährige voran.

"Trage es mit Leidenschaft", heißt der Slogan. Zuletzt trug er es ja nicht einmal auf dem Trainingsplatz. Wegen einer Knorpelabsplitterung im Knie pausiert Podolski seit April. Frühestens Ende August dürfte er wieder voll belastbar sein.

Podolski will wieder laufen

Er hofft, dass der Arzt ihm heute grünes Licht fürs Lauftraining gibt. "Aber wenn die Genesung zwei Wochen länger dauert, macht das auch nichts", sagte er gestern, "Hauptsache, das Knie wird wieder richtig gesund."

Während sein Kumpel Bastian Schweinsteiger, der wie Podolski nach der WM schwächelte, an der Seite von Franck Ribéry aufblüht, steckt "Poldi" weiterhin im Tief. Sein Doppelpass-Spiel mit dem gewitzten Franzosen beschränkt sich auf Kinderstreiche im Trainingslager. Sie schmierten den Kollegen Zahnpasta unter die Türklinke.

Branchenüblich verlangt allein der Preis schon, dass Ottmar Hitzfeld dem ehemaligen Kölner den 15 Millionen Euro teuren Miroslav Klose und den mit einem Bruttogehalt von mehr als zehn Millionen Euro jährlich entlohnten Weltmeister Luca Toni vorzieht.

Diese Ausgaben wollen ja gerechtfertigt sein. Zudem funktionierte die beim Ligapokal einstudierte Formation mit nur einer Angriffsspitze vor drei offensiven Mittelfeldspielern so prächtig, dass Hitzfeld das Angebot an Arbeitsplätzen in der vordersten Linie weiter verknappen könnte. Die Frage wäre dann: Toni oder Klose? Podolski trotzig: "Wer mich abschreibt, wird sich noch wundern."

Quelle: RP

 
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