Sensationelle Aufholjagd: BVB "kloppt" bei Europa an
zuletzt aktualisiert: 19.05.2009 - 07:12Dortmund (RPO). Borussia Dortmund hat beim Bundesliga-Finale am kommenden Samstag alles selbst in der Hand. Nach dem famosen 6:0 (1:0) gegen Arminia Bielefeld rangieren die Westfalen auf Rang fünf, welcher die Qualifikation für die Europa League bedeutet. Trainer Jürgen Klopp kann die sensationelle Aufholjagd mit dem BVB in Mönchengladbach vergolden.
Die gefeierten Borussen befanden sich auf der Abschiedsrunde zu ihren Fans, als die Euphorie endgültig überschwappte. "Köln eins, Hamburg null!" brüllte Stadionsprecher Norbert Dickel über die Lautsprecher und verwandelte die Dortmunder Arena in ein Tollhaus. Vier Tage nach der 1:3-Niederlage beim VfL Wolfsburg war der BVB mit einem Sieg gegen Bielefeld, dem höchsten Sieg seit 13 Jahren, auf Platz fünf zurückgekehrt.
"Wir wollten in das Finale, in dem wir jetzt in Gladbach stehen und zu Hause unsere weiße Weste verteidigen. Das ist gelungen", meinte Trainer Jürgen Klopp nach dem fünften Heimsieg in Folge (16:1 Tore), mit dem seine Mannschaft nach Punkten mit dem Hamburger SV (0:1 gegen Köln) gleichzog, aber aufgrund der besseren Tordifferenz auf einen Europacup-Rang rückte.
"Es ist sensationell. In Gladbach, das wird unser Endspiel, für das wir so hart gearbeitet haben. Diese Chance werden wir uns nicht mehr nehmen lassen", tönte Kapitän Sebastian Kehl, der mit seinem ersten Bundesliga-Doppelpack (43. und 72.) einen wesentlichen Beitrag zur Dortmunder Glückseligkeit leistete.
Als Bielefeld vor 80.200 Zuschauern einbrach, machten Tamas Hajnal (53. ), Nelson Valdez (70.), Tinga (84.) und Mohamed Zidan (87.) den höchsten Sieg seit dem 6:0 am 23. März 1996 gegen Eintracht Frankfurt perfekt.
Sieben Siege in Serie
Das halbe Dutzend war der vorläufige Höhepunkt einer außergewöhnlichen Rückrunde mit dem Vereinsrekord von sieben Siegen in Serie. "Die Mannschaft hat schon jetzt Großartiges geleistet, und wir können das alles noch veredeln", sagte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke und belegte den Aufschwung unter Coach Klopp mit Zahlen.
So blieb der BVB neben seiner Siegesserie in dieser Saison zum zweiten Mal in seiner fast 100-jährigen Vereinsgeschichte nach 1991/92, dem ersten Jahr unter Ottmar Hitzfeld, zu Hause ungeschlagen. Die Borussen werden die Spielzeit zudem mit den wenigsten Niederlagen (bisher fünf) aller Klubs abschließen und stellen zudem die zweitbeste Abwehr (hinter Schalke). "Das alles hat meine Erwartungen weit übertroffen", sagte Klopp.
Der ehemalige Mainzer hat sich längst als Glücksfall für den Traditionsklub entpuppt, der noch vor vier Jahren vor dem wirtschaftlichen Aus stand. "Die letzten Wochen haben gezeigt, wie gut die Mannschaft zusammengewachsen ist und wie gut sie funktioniert. Wenn man acht von neun Spielen gewinnt, dann ist das eine geile Bilanz", ergänzte Kehl.
Seinen starken Charakter bestätigte das Team auch gegen Bielefeld, dass in der ersten Halbzeit sogar die besseren Chancen besaß, bevor die Gastgeber eiskalt zuschlugen. "Das war in der ersten Halbzeit kein Champagner-Fußball, aber wir haben die Tore zur richtigen Zeit erzielt", meinte Kehl. In der Halbzeit habe Klopp korrigiert und die Mannschaft wieder in die Spur gebracht. Und die scheint in Richtung Europa zu führen.
"Das macht richtig Spaß"
"Die Europa League wäre ein schönes Geschenk für eine gute Saison", sagte Torjäger Valdez, der unter Klopp regelrecht aufblühte. Nach dem Abpfiff genoss er mit seinen Kollegen die "geilen Fans". Denen wollte sich auch Klopp nicht entziehen: "Was sich hier abspielt, ist einfach großartig und macht richtig Spaß."
Ein Sieg trennt Schwarz-Gelb noch vom internationalen Geschäft, das die Chance für Zusatzeinnahmen und somit weitere Verstärkungen eröffnen würde. Nur Abwehrspieler Neven Subotic konnte sich der allgemeinen Euphorie nicht so vollends anschließen.
Ausgerechnet der 20-Jährige, der als einziger BVB-Profi bisher sämtliche Pflichtspiele der Saison bestritten hat, muss am Samstag in Gladbach nach der fünften Gelben Karte zuschauen. "Das ist, als würdest du in einem WM-Finale fehlen", klagte Subotic.
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