Zoff nach letztem Bundesliga-Spieltag: Dortmund verpasst Europa
VON ROBERT PETERS - zuletzt aktualisiert: 25.05.2009 - 07:52Mönchengladbach (RP). Mohamed Zidan lieferte einen lautstarken Nachweis mustergültiger sprachlicher Integration. Mit einem fetten deutschen Fluch auf den Lippen stürmte der Ägypter in die Dortmunder Kabine.
Draußen auf der Bank im Mönchengladbacher Borussia-Park zofften sich derweil Torwart Roman Weidenfeller und Kapitän Sebastian Kehl, während der Rest der BVB-Reisegruppe eher verschwiegen den Rückweg in die Umkleide antrat. Der Abschied von den Europa-League-Träumen in letzter Minute hatte den Dortmundern die Stimmung verhagelt.
Trainer Jürgen Klopp fing sich als Erster. "Die erste ganz große Enttäuschung ist weg", sagte er eine gute halbe Stunde nach dem 1:1 bei der Namenscousine, "man kann es sowieso nicht mehr ändern." Folglich machte sich der große Stimmungsmensch und Motivator Klopp unverzüglich auf zur positiven Saisonanalyse. "Es ist unglaublich, wie Mannschaft und Fans zusammengewachsen sind in diesem Jahr", urteilte er, "wir haben den Menschen tolle Erlebnisse geboten." Schon bald werde "jeder Borusse ein Gespür dafür entwickeln, wie wichtig, wie wertvoll diese Saison war". Er sei jedenfalls "stolz darauf, was die Truppe in diesem Jahr geleistet hat".
In das Pauschallob darf er sich natürlich einbezogen fühlen. Das klang hörbar mit. Schließlich hat Klopp mit pädagogischem Geschick und seiner ausgeprägten Motivationskunst den BVB wieder bis an die Tür zur europäischen Klasse geführt. Nicht jeder hatte dem bekannten TV-Trainer das im schwierigen Dortmunder Umfeld zugetraut. Den leisen Mangel an Aggressivität und bedingungsloser Entschlossenheit, den sein Team beim letzten Spiel der Saison offenbarte, übersah der Trainer gnädig.
Es sei nicht so leicht gewesen, angesichts der Ergebnisse auf den anderen Plätzen die richtige Mischung zwischen Mut und taktischer Zurückhaltung zu finden. Hemmungslose Offensive wäre sicher nicht das richtige Rezept gewesen, erklärte der Dortmunder Trainer. Und auf die Frage, warum seine Mannschaft nicht in den Rhythmus der vergangenen Wochen gekommen sei, antwortete er mit einem Satz aus der Fibel für Fußballlehrer: "Spielfluss ist nicht einzufordern, der entwickelt sich."
Konstanz auch. Und die versprach Klopp gern. "Wir werden da weitermachen, wo wir heute aufhören mussten", versicherte er. Die Konkurrenz darf das ruhig als Drohung auffassen.
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