Sieben Siege in Serie: Heile Welt beim BVB
VON MARTIN BEILS - zuletzt aktualisiert: 11.05.2009 - 07:54Dortmund (RP). Mit dem 4:0 gegen Karlsruhe, dem siebten Sieg hintereinander, untermauert Dortmund seine Ambitionen auf einen Platz im Europacup. Die Partie bei Spitzenreiter Wolfsburg weist morgen den weiteren Weg.
Es ging auf und nieder, immer wieder. Das Publikum auf den besseren Plätzen im Dortmunder Stadion kam in der zweiten Halbzeit gar nicht dazu, es sich auf den Plastikschalen gemütlich zu machen. Aufstehen nach den drei Toren, die beim 4:0 der Borussia aus dem Kohlenpott gegen den Karlsruher SC nach dem Wechsel fielen. Aufstehen, wenn verletzte Spieler sich wieder erheben. Aufstehen nach Felipe Santanas 90-Meter-Sprint. Und Aufstehen bei den drei Auswechslungen. Das bewegungsfreudige Publikum erwies Schwarz-Gelb seine Gunst beim siebten Bundesliga-Sieg hintereinander und der wie schon die drei zuvor ohne Gegentor gelang. Die Europa League, wie der Uefa-Cup künftig heißt, liegt nun in Reichweite.
Besonders lange blieben die Zuschauer stehen, als Nuri Sahin mit einem fein gezirkelten, für KSC-Schlussmann Markus Miller dennoch haltbaren Freistoß das vorentscheidende 2:0 gelang. Sie haben den Deutsch-Türken aus Meinerzhagen, der mit 16 Jahren bereits in der Bundesliga debütierte und nach einem Lehrjahr bei Feyenoord Rotterdam zu Saisonbeginn in die westfälische Heimat zurückkam, in ihr Herz geschlossen. Der 20-Jährige rutschte als Letzter in die Formation von Trainer Jürgen Klopp, die er am Samstag zum siebten Mal in Folge aufbieten konnte, und dankt mit konstant ansprechenden Leistungen.
Kontinuität ist ein Grund für den Dortmunder Erfolg. Einer weiß, was der andere tut, wenig bleibt dem Zufall überlassen. Wenn dann von Woche zu Woche das Selbstvertrauen wächst, kommen solche Treffer zustande wie Jakub Blaszczykowskis 1:0, bei dem er den Ball in den Winkel prügelte. Santana und Alexander Frei sorgten für den in der Höhe verdienten Erfolg, den der aus dem Karlsruher Fanblock angefeindete Manager Rolf Dohmen "sehr deprimierend" fand. Die Badener empfahlen sich mit Nachdruck als erster Absteiger.
"Wir sind nahe dran, aber noch nicht drin", sagte Klopp mit Blick auf die Europapokal-Teilnahme, die der BVB im vergangenen Jahr nur über den DFB-Pokal erreichte, "wir haben uns auf diese Spur begeben, auch in dem Wissen, dass es vielleicht am Ende nichts dafür gibt." Die Fülle von 13 Unentscheiden aus den ersten 24 Saisonspielen belastet die Gesamtbilanz.
Dortmund spielt in der Spätphase dieser wechselhaften Spielzeit aber auf jeden Fall eine bedeutende Rolle. Nicht nur wegen der eigenen vom Trend getragenen Ambitionen, sondern auch, weil es am Dienstag in der Partie bei Spitzenreiter VfL Wolfsburg ein Wörtchen bei der Titelvergabe mitredet und in den abschließenden Begegnungen mit Arminia Bielefeld und bei Borussia Mönchengladbach in den Abstiegskampf eingreift.
Der Blick geht aber über das Jahr des hundertjährigen Vereinsbestehens des BVB 09 hinaus. Mit Sahin (20), den Innenverteidigern Neven Subotic (20), Santana (23) und Mats Hummels (20/verletzt) sowie "Kuba" Blaszczykowski (23) stehen vielversprechende Profis in dem von Sebastian Kehl angeführten Aufgebot. Der Kapitän zeigt in seinem achten Jahr in Westfalen, was er zu leisten vermag, wenn er mal über einen längeren Zeitraum gesund bleibt. Gekonnt kompensiert er mangelnde Schnelligkeit durch Stellungsspiel und strategisches Geschick. Im April wählten ihn die Kapitäne der Liga bei der Kür des Fußballers des Monats auf Platz zwei hinter Stuttgarts Mario Gomez.
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