Klopps Erfolgsrezept beim BVB: Hungriger Kinderriegel statt Opa-Abwehr
VON CHRISTIAN HELLMANN - zuletzt aktualisiert: 03.09.2008 - 11:37Düsseldorf (RPO). Steven Pienaar, Delron Buckley, Matthew Amoah und Robert Kovac sind nur einige Beispiele für eine lange verfehlte Transferpolitik bei Borussia Dortmund. Die Liste der Fehleinkäufe der letzten Jahre ist lang. Nun hat man anscheinend - ganz entgegen der Gewohnheit - alles richtig gemacht.
Jürgen Klopp ist als Coach nach Dortmund gekommen, die Neuzugänge wie Neven Subotic oder Tamas Hajnal sind ausnahmsweise sofort eingeschlagen. Auf einmal läuft es sogar bei Nelson Valdez - einst ebenfalls als Fehleinkauf abgestempelt - richtig rund.
Das ist Balsam auf die Seele des oft kritisierten Sportdirektors Michael Zorc. Vom ehemaligen Großaktionär Florian Homm einst als "bestbezahlter Spielerbetreuer der Bundesliga" verunglimpft, steht der Ex-Kapitän der Borussia nun gestärkt da.
Vor allem in der Defensive ist das Spiel des BVB in dieser Saison kaum wieder zu erkennen. Hatte man in der vergangen Saison mit dem 35-jährigen Christian Wörns und dem 33-jährigen Robert Kovac noch die älteste Innenverteidigung der Liga, bilden nun die beiden 19-jährigen Mats Hummels und Neven Subotic das Abwehrgespann.
Zwei alte Manndecker alter Schule wurden ersetzt von hochtalentierten Nachwuchskräften moderner Prägung. Das Alter der beiden Verteidiger und ihre mangelnde Erfahrung ist ein Wagnis - das sich jedoch bislang gelohnt hat. Subotic und Hummels, der von Bayern München ausgeliehen ist, harmonieren prächtig. Trainer Klopp sagte im "Kicker": "Dass sie so zusammenpassen, ist eine Fügung."
Neven Subotic leistete in den ersten Spielen der Bundesliga nicht nur in der Defensive ganze Arbeit, sondern konnte darüber hinaus auch noch in der Offensive glänzen - er erzielte bereits zwei Treffer. "Es gab viele Innenverteidiger, die aus der zweiten in die erste Liga gewechselt sind und keine Tore schossen. Das wollte ich besser machen," so Subotic. An Selbstvertrauen mangelt es dem jungen Mann offenkundig nicht.
Doch auch wenn es aktuell richtig rund läuft bei Borussia Dortmund - Rückschläge werden wohl nicht zu vermeiden sein. Kapitän Sebastian Kehl schätzt die Situation realistisch ein: "Ich weiß, wie schnell sich alles drehen kann."
Dennoch ist der BVB auf einem sehr guten Weg. Sieben Punkte aus den ersten drei Spielen sind eine mehr als ordentliche Bilanz - es ist ein Top-Start. Mit der Dortmunder Borussia wird nach langen Jahren im tristen Mittelfeld der Liga wieder zu rechnen sein. Und mit dem neuen, jungen Personal könnten sie dann durchaus zurückkehren - die alten Erfolge.
Die neuesten Nachrichten und Berichte aus Politik, Wirtschaft, Panorama, Sport,
Kultur, Gesellschaft, Wissenschaft, Multimedia, Auto,
Reise und Beruf - im Archiv auch gratis recherchierbar. Dazu die besten Bilder,
Live-Ticker, Kolumnen und Hintergrundberichte.





