Mönchengladbach: Borussia: Dominguez gibt Debüt
VON KARSTEN KELLERMANN - zuletzt aktualisiert: 04.08.2012 - 07:33Mönchengladbach (RP). Bundesligist Mönchengladbach testet den Leistungsstand im Saisoneröffnungsspiel gegen den FC Sevilla (Samstag, 15.30 Uhr). Der Klub hat den 23 Jahre alten Spanier als Ersatz für Dante geholt.
Lucien Favre war fasziniert vom Finale der Europameisterschaft. Das 4:0 der Spanier gegen Italien beherrschte noch am Tag danach die Gedanken des Trainers von Borussia Mönchengladbach. "Ich kann nur daran denken", gestand Favre. Spaniens Tiki-Taka, das ist Fußball basierend auf Ballzirkulation mit hoher Passqualität und nahezu ohne nominellen Stürmer, dafür aber mit unglaublicher Spielqualität im Mittelfeld. Eben so, wie der FC Barcelona spielt, den Favre verehrt. Nun tüftelt er an der neuen Borussia. Die Folie für die Überlegungen des Fußballprofessors aus der Schweiz dürfte auf der Iberischen Halbinsel zu finden sein. Denn Favre denkt darüber nach, das in der Vorsaison so erfolgreiche 4-4-2-System zu variieren. Er will eventuell einen Stürmer streichen für mehr offensive Durchschlagskraft.
Heute, wenn die Borussen ihren Leistungsstand gegen den spanischen Klub FC Sevilla im Saisoneröffnungsspiel im Borussia-Park testen (15.30 Uhr), gibt es neue Hinweise auf Favres Gedankenspiele. Zuletzt beim 4:2 in Bochum überraschte er sein Team, als er auf 4-2-3-1 umstellte – mit Granit Xhaka als "Zehner". "Das haben wir vorher nicht trainiert", berichtete Xhaka. In dieser Woche stand die Variante aber ausführlich auf dem Lehrplan.
Die Veränderung ist minimal, genau genommen sind es nur wenige Meter auf dem Spielfeld: die bisherige hängende Spitze (Favre: "Neuneinhalb") spielt etwas weiter hinten auf der "Zehn". Die Frage ist: Zieht Favre einen Stürmer weiter zurück oder setzt er auf einen Mittelfeldspieler mit Offensivqualitäten? Favre hat geballtes Kreativpotenzial in der Zentrale. Neben dem dynamischen Xhaka hat er den gewitzten Tolga Cigerci, der eine ausgezeichnete Vorbereitung spielt. Beide können "den letzten Pass", so Sportdirektor Max Eberl, in die Spitze spielen und auch selbst Torgefahr entwickeln. "Mir persönlich liegt das neue System gut", sagt Cigerci. Er spielte in Bochum auf der "Sechs" und initiierte von hinten heraus viele Angriffe.
Für den Job als Einzelspitze komen der Zwölf-Millionen-Euro-Zukauf Luuk de Jong und Igor de Camargo infrage. De Camargo oder Mike Hanke, der seine in den letzten Monaten entdeckten Spielmacherqualitäten weiterentwickeln will, könnten aber auch auf der "Zehn" spielen. Oder als zweite Spitze neben de Jong im 4-4-2. Favre ist erfreut über die Vielseitigkeit seines Kaders. Auch ein 4-4-3 mit zwei klassischen Flügelstürmern "wäre möglich". "Das System ist gar nicht so wichtig, es geht vor allem um die Bewegung und die Durchschlagskraft", sagt der Trainer.
Bei allen Planspielen für vorn hat Favre auch die Defensive im Blick. Dort wird der Spanier Alavaro Dominguez, als Ersatz für Dante (zum FC Bayern) geholt, heute sein Debüt feiern. Dominguez ist nach dem Debakel des spanischen Olympia-Teams wieder zurückgekehrt aus London. "Ich freue mich auf mein neues Team. Wir haben noch die Spiele gegen Sevilla und nächsten Samstag bei Norwich City. Das ist genug Zeit für mich, mich in Gladbach einzuspielen", sagt der 23-Jährige. Das Spiel gegen Sevilla kommt gerade recht. Favre kann seine "spanischen" Pläne gegen ein starkes iberisches Team proben. "Jesus Navas, José Reyes und Alvaro Negerdo sind absolute Top-Spieler. das wird ein harter und guter Test für uns", sagt Dominguez.
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