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  Gast
Dynamo Kiev vs Borussia Monchengladbach
  Foto: dpa, Sergey Dolzhenko

Borussia Mönchengladbach: Borussia geht mit erhobenem Haupt

VON KARSTEN KELLERMANN - zuletzt aktualisiert: 30.08.2012 - 07:28

Kiew (RP). Die Mannschaft von Trainer Lucien Favre war beim 2:1-Sieg in Kiew ganz nah dran, die 1:3-Niederlage aus dem Hinspiel auszubügeln. Es reichte nicht – doch Borussia kann mit viel Selbstbewusstsein den Rückweg nach Mönchengladbach antreten.

Dynamo Kiew wollte nicht. Torsten Knippertz, Borussias Stadionsprecher, das war die Idee, sollte die Aufstellung der Gladbacher vor dem Champions-League-Play-off verlesen. Doch die Gastgeber hatten andere Pläne. Wohl auch, weil sie keine Gastgeschenke an diesem Abend verteilen, sondern ganz einfach klipp und klar die Gruppenphase der europäischen Meisterliga buchen wollten.

Knippertz hätte als Ansager auf dem Rasen des Olympiastadions indes ganz sicher nicht jene These aufgerufen, die er gestern Vormittag bei einer Bootsfahrt auf dem Dnepr den mitgereisten Sponsoren des Klubs unterbreitete: "92. Minute, Luuk de Jong – 4:2 für Borussia!" Das zeugte vom Zweckoptimismus, mit dem die Gladbacher in die Ukraine gereist waren: "Warum sollen wir es nicht packen!"

Sie waren verdammt nah dran, die Borussen, nach dem 2:1-Sieg in der Hauptstadt der Ukraine. Aber am Ende reichte es nicht. Lucien Favres Team machte zwar ein gutes Spiel und war nach dem 2:0 dem dritten Tor sehr nahe. Doch das 1:3 aus dem Hinspiel, das vom von Knippertz avisierten 4:2 tatsächlich überboten worden wäre, war zu viel. Für ein paar Minuten, als die beiden Tore fielen, waren Borussias Fans – rund 2000 waren in Kiew dabei – die Herren im Haus. Sie hatten ihren Block im weiten Rund mit Bannern und Fahren zu einer Borussia-Enklave gemacht.

Info

STATISTIK:

Kiew: Kowal - Silva, Betao, Chatscheridi, Taiwo - Veloso - Gusew, Ninkovic (46. Vukojevic), Garmasch, Jarmolenko - Brown (90.+3 Ruben). - Trainer: Semin

Mönchengladbach:
ter Stegen - Jantschke, Stranzl, Brouwers, Daems - Nordtveit, Xhaka - Herrmann (63. Ring), Arango - Hanke (59.
Hrgota), de Jong (72. de Camargo). - Trainer Favre

Schiedsrichter:
Craig Thomson (Schottland)

Tore:
0:1 Chatscheridi (70., Eigentor), 0:2 Arango (78.), 1:2 Brown (88.)

Zuschauer:
66.862

Gelbe Karten:
Vukojevic - Brouwers, Ring, Nordtveit

Für die Fans war es die erste Europapokalreise seit 1996, als die Gladbacher in Monaco 1:0 siegten, aber ausschieden aus dem Pokal der Pokalsieger. Die Stimmung war trotz des 1:3-Rucksacks aus dem ersten Spiel prächtig. Den mächtigen "Dynamo"-Rufen der gut 65 000 Ukrainer setzten die Gladbacher immer wieder ein paar kecke Zwischenrufe entgegen. Das sollte dem Team den nötigen Auftrieb geben.

Ein weiterer Ansatz war, Helden zu finden, die Geschichte schreiben, das "Wunder von Kiew". Zu den elf Fußballern, denen Favre das zutraute, gehörte auch Roel Brouwers, der lange Verteidiger aus Holland. Trotz der Tatsache, dass Alvaro Dominguez seine Magen-Darm-Grippe überstanden hatte, durfte Brouwers im Team bleiben. Damit belohnte Favre ihn für seine starke Darbietung am Samstag gegen Hoffenheim mit dem ersten Champions-League-Einsatz seiner Karriere. Oder Martin Stranzl, der schon nach fünf Minuten dem pfeilschnellen Ideye Brown den Ball vom Fuß spitzelte.

Es gab viele Gladbacher, die zu Helden hätten werden können. Patrick Herrmann, der schon in der zweiten Minute den Ball ins Tor hätte spitzeln können. Alexander Ring, der in der Schlussminute das 3:1 hätte erzielen können, das Borussia in die Verlängerung gebracht hätte. Oder Igor de Camargo, der alleine in Richtung Tor geschickt wurde, aber im Rasen hängenblieb. Am Ende schied Borussia aus. Aber nach dem Abend in der Ukraine hat Borussia allen Grund, mit erhobenem Haupt zurück nach Gladbach zu reisen. Filip Daems: "Jetzt freuen wir uns auf die Europa League."

Quelle: RP/can/das


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